31.08.25 - Sightseeing in Bukhara

Die letzte Nacht war so mittelmäßig. Die Klimaanlage schaffte definitiv keine frische Luft in das Zimmer (mit insg. 7 Leuten), aber irgendwer hat sie dann ausgeschalten und das Fenster aufgemacht, danach wars besser. Da meine Walking Tour heute erst um 11 startete, blieb ich bis nach 9 liegen, ich hatte es ja nicht eilig. Dann suchte ich erfolglos das Frühstück, das es angeblich in der Küche gibt. Nicht so, dass ich hohe Erwartungen gehabt hätte… Also ging ich ins Café von gestern, denn dort gab es Kuchen. Ich bestellte Cappu und Karottenkuchen, das war auf jeden Fall die bessere Wahl.

Kurz vor 11 lief ich dann zum Treffpunkt, der dieses Mal gleich ums Eck war. Unser Guide Hamza und neun europäische Touris. Heute war es krass windig, alles flog durch die Gegend, auch ganze Verkaufsstände, was für einige Scherben sorgte, tat mir richtig leid. Ich erfuhr manches, was ich schon wusste, aber auch viele neues. Hier ist nicht Amir Temur der große Held, sondern jemand, dessen Namen ich vergessen habe 🙈 Der schaffte hier so einiges im 9. und 10. Jahrhundert, also bevor Dschingis Khan alles platt gemacht hat. Überlebt haben ihn nur wenige Gebäude.

Eines von ihnen ist diese Moschee. Die hat man nämlich einfach im Sand verbuddelt, bevor er hier einfiel. Dummerweise wurde aber 70% der Bevölkerung umgebracht und darüber hat man die Moschee vergessen. Irgendwer beschloss dann ein paar hundert Jahre später, eine an der gleichen Stelle, also oben drauf zu bauen. Ergebnis: Über die Jahre ist die obere Moschee immer weiter abgesackt, wodurch man schließlich die untere wiederentdeckte. Nun stehen zwei übereinander…

Außerdem hat das riesige Kalon Minarett ihn überlebt, wobei die Theorien für den Grund auseinandergehen. Mein Favorit: Dschingis Khan nutzte den Turm, um Menschen in Säcken hinunterzuwerfen.

Dann besichtigten wir zwei sich gegenüberstehende Medressen, die hier mit dem Wort für Augenbraue bezeichnet werden, weil die sich auch gegenüberstehen.

In der einen wurde ich dann direkt adoptiert. So ein kleines anhängliches Kuscheltier🤩 Und nein, ich hab sie wieder nicht mitgenommen!

Es gibt auch noch eine Medresse hier, die noch aktiv genutzt wird. Die Schüler heißen Taliban! Wusste ich nicht, aber das bedeutet tatsächlich nichts anderes als eben Schüler!

Wir liefen weiter, kamen am Ark, der alten Festung vorbei (schaue ich mir morgen an), außerdem noch an einer Moschee und einem Mausoleum. Das ist auch an Dschingis Khan vorbeigegangen, denn es hat sich selbst im Sand eingebuddelt und somit versteckt.

Gegen zwei endete die Tour dort, perfekt, 3m von einem Cache entfernt. Ich wartete also noch kurz zum Suchen, danach lief ich zum nahegelegenen Markt, wo ich mich mit Weintrauben und Brot eindeckte.

Nachdem ich davon etwas gefuttert hatte, schlenderte ich wieder zurück und suchte mir ein Café. War tatsächlich eine kleine Herausforderung. Viele haben keine eigene Toilette und ich hatte das dringende Bedürfnis, mir den Staub abzuwaschen. Am „Dorfteich“, diesem Wasserbassin, fand ich das zwar, da interessierte sich aber kein einziger der herumstehenden Kellner für mich und so landete ich schließlich 20m von meinem Frühstückscafé. Hier gab es dafür sehr guten Cappu und einen frischen O-Saft. Inzwischen war es auch schon vier Uhr.

Ich beschloss, eine kurze Siesta im Bett zu machen. Und wunderte mich über meine beiden russischen (?) Mitbewohner. Wann immer ich vorbeikomme, liegen die im Bett. Gestern Nachmittag und Abend schon und heute schon wieder. Nachts schlafen sie aber auch… Komische Gestalten. Ich las ein wenig und gegen 6 lief ich nochmal los zum Abendessen. Aber gar nicht weit. Im stürmischen Wind (aber besser als AC innen) gab es gegrilltes Gemüse und Kartoffeln, dazu eine lecker und nicht zu süße(!) Erdbeerlimo.

Eine Stunde später war ich wieder im Hostel, wo ich nun wieder unten in der Küche sitze. Morgen bin ich tagsüber noch hier, habe aber abends um 9 einen Nachtzug nach Nukus. Falls ich also morgen wider Erwarten noch keinen Blog schreibe, könnte es evtl. etwas dauern, denn am Dienstag starte ich für drei Tage zu einer Offroad-Tour zu den Überbleibseln des Aralsees. Dort ist das Camp wohl sehr Basic, ich erwarte kein (gutes) Internet. Also nicht wundern, selbst wenn ich morgen noch schreibe, danach ist erstmal Funkstille 😉

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