26.08.25 - Aus dem Paradies nach Samarqand

Auch die 3. und letzte Nacht in meiner Jurte schlief ich wie ein Baby. Ein paar Mal wachte ich auf, anscheinend hatte Bingo Stress mit der Nachbarschaft… Früh hab ich noch ein bisschen gelesen, um halb 9 bin ich zum Frühstück gegangen, es war noch mehr als gestern…

Danach packte ich meine Sachen und schwang mich noch eine Runde in die Hängematte, natürlich mit Hund an meiner Seite.

Um halb 11 kam mein Taxi und es hieß Abschied nehmen von einem tollen Ort und einer noch tolleren Person hier. Sie berechnete mir übrigens keinen Cent für den Kochkurs, eigentlich kostet der 40$: „For you free!“ war ihr Kommentar dazu. Im Reisegepäck hatte ich nun zwei Fresspakete, Plov für heute Abend und Pancakes und Co. für unterwegs. Es gibt Orte, an denen fällt es einem echt schwer, wieder wegzukommen!

Aber es ging weiter, schließlich gibt es hier noch so einiges zu sehen. Der Taxifahrer war ordentlich instruiert, er brachte mich zur Hauptstraße und stoppte dort für mich ein Auto nach Jizzax. Gut, hätte ich auch selbst geschafft, aber so sind sie hier, man wird nicht einfach abgestellt! Das Taxi (?) nach Jizzax wurde allerdings von einem verkappten Rennfahrer gefahren, der kannte nur Vollgas und Vollbremsung, nicht einmal hat er sanft gebremst. Ich schwankte zwischen Augen zu (um dann ohne Vorwarnung nach vorn geschleudert zu werden) und Augen auf (und damit den quasi nicht existenten Sicherheitsabstand oder den uns entgegenkommenden LKW aus nächster Nähe zu sehen… Und 130 auf einer zwar schnurgeraden, aber doch sehr holprigen Landstraße brauch ich jetzt auch nicht unbedingt.

Irgendwie schafften wir es lebend – und natürlich auch sehr schnell – nach Jizzax, wo ich dort abgesetzt wurde, wo es die Taxis nach Samarkand gibt. Schnell wurde ich in eines verladen und es fehlte nur ein weiterer Mitfahrer. Ich wurde gefragt, ob ich nicht zwei Plätze zahlen wollte, dann würden wir direkt starten. Äh… Nö! Im Auto saßen 3 Personen, wenn er gefragt hätte, ob wir uns den letzten Platz teilen, aber nee, die doofe Touristin zahlt sicher nicht, damit die auf der Rückbank (nicht ich) mehr Platz haben. Ich warte! Und eine Viertelstunde später war auch die Rückbank voll.

Die Fahrt ging los, viel gemäßigter als die vorherige, allerdings mit einem arktischen Wind, der mir entgegenblies. Also Pulli an und Kapuze drauf. Gegen halb 2, nach etwa eineinhalb Stunden, waren wir am Ziel, nun noch ein Yandex und kurze Zeit später war ich in meinem Hostel, dem Old Radio Hostel. Der Name ist hier Programm, ist fast schon ein Museum.

Ich bekam ein Bett weit weg von der AC (gewünscht und respektiert), wobei ich sicherheitshalber den Schlafsack auspackte, denn es gibt nur Bettlaken und ich kenn mich ja… Auch wenn mich der Vorhang vom Schlimmsten trennt 😉

Ich packte den Rucksack aus, der größte Teil wanderte direkt in einen Wäschekorb. Mehr musste ich nicht tun, der nette Hostelchef kümmerte sich um alles. Der ist wieder mal richtig auf Reisende eingestellt, es gab direkt eine Karte mit allen Sehenswürdigkeiten und eine Liste mit Restaurantempfehlungen, auch für Veggies und Kaffeeliebhaber.

Die Café-Empfehlung war auch mein Ziel für heute. Sie war eine Dreiviertelstunde entfernt, aber es war ja erst 3 und da ich keine Wäsche waschen musste, hatte ich sonst nichts zu tun. Ich quatschte kurz mit meinem brasilianischen Mitbewohner, dann lief ich los. Nach 50m war ich schon auf der Hauptmeile, für Autos gesperrt. Von hier aus sind die meisten Sehenswürdigkeiten schnell erreicht. An der Hauptsehenswürdigkeit, dem Registan lief ich vorbei. Dazu gibt’s dann in den nächsten Tagen mehr.

Dann ging es ziemlich weit, aber ein bisschen Bewegung tat mir sehr gut. Schließlich kam ich an dem Café an und setzte mich an den einzigen schattigen Tisch im Freien, aber alle anderen sitzen ja eh immer lieber im kühlen Inneren.

Gut gestärkt machte ich mich auf den etwas langsameren Rückweg, denn ich kuckte mir schon mal das eine oder andere von außen an. Zunächst kam ich an Amir Timur vorbei, den kenne ich ja schon gut.

Durch einen kleinen Park – natürlich wie immer mit zig Springbrunnen – ging es an einem Mausoleum vorbei.

Und schließlich drehte ich noch eine Runde um das/den (?) Registan, der in der tief stehenden Sonne – es war kurz vor sechs – schon sehr beeindruckend aussah. Dafür gibt es einen großen, stufigen Platz, vermutlich für die Lichtshow, die hier immer abends stattfindet. Aber dafür hab ich ja noch drei Tage.

Mit einem Abstecher zur Moschee ums Eck ging es zurück zum Hostel, ich hatte mir eine kalte Coke Zero erbeutet, gar nicht einfach in einem Land voller Zuckerfans… Erstmal kam die saubere Wäsche in den Rucksack, dann setzte ich mich in den superschönen Innenhof und futterte mein Plov, es war nochmal eine riesige Portion.

Jetzt ist es kurz vor acht, der restliche Abend wird entspannt ausklingen. Morgen starte ich dann mal gemütlich ins Sightseeing, hab ja wirklich genug Zeit hier.

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