18.08.25 - Wandertag bei Chimgan in den Bergen

Meine dritte Nacht in Taschkent war eigentlich die beste, auch wenn es gegen Ende irgendwie wieder warm wurde. Ab sechs war ich wach, aufgestanden, bin ich aber erst um dreiviertel acht. Ich packte meine Sachen fertig und ging zum Frühstück runter. Toast und Melone mit Tee, ganz okay. Um halb neun war ich komplett startklar und lief zum Coffeedealer meines Vertrauens.

Nach einem leckeren Cappuccino, mit Katzengesicht lief ich zur Metro. Mit ihr fuhr ich bis zur Endstation, von dort fahren Marschrutkas nach Gazalkent. Das liegt ungefähr eine Stunde entfernt in Richtung Nordosten. Hier kommt nur noch ein kleiner Zipfel. Usbekistan, der zwischen Kasachstan und Kirgizstan eingeklemmt ist. Dort wurde ich direkt in ein Taxi verladen, denn von dort kommt man anders nicht weiter. Mein Ziel Chimgan liegt nämlich in den Bergen, es gibt sogar ein Mini Skigebiet mit uralten Liften. Liften. Für 7 € wurde ich eine halbe Stunde weit gefahren und am höchsten Punkt ausgeladen.

Von hier aus startete ich direkt zu meiner Wanderung. Auf komoot hatte ich genau eine hier gefunden und der wollte ich folgen. Zunächst ging es noch gut einen Kilometer Richtung Ort, dann zweigte ein kleiner Weg rechts ab und ab jetzt ging es bergauf. Gestartet bin ich auf etwa 1600 Metern, der Gipfel lag 500 m höher.

Anfangs ging es noch recht flach los, der Weg war ziemlich sandig und steinig, quasi immer in der Sonne. Gestartet war ich um halb 12, aber dank der Höhe war es hier gar nicht so heiß und es wehte ein frischer Wind.

Unterwegs traf ich kaum einen Menschen. Erst weiter oben kamen mir ein paar entgegen.

Nach etwa einer Stunde war ich bei einem Einschnitt, wo man in die Gegenrichtung in ein Tal gucken konnte.

Da machte ich eine kurze Rast, dann ging es auf das letzte und steilste Stück des Weges. Das hatte es wirklich in sich, aber heute fühlte ich mich wirklich fit.

Langsam aber stetig arbeitete ich mich nach oben, wobei man auf den letzten 100 Höhenmetern fast schon ein bisschen klettern musste.

Dann war ich quasi oben und lief noch ein paar hundert Meter einen Grad entlang, bis ich zum eigentlichen Gipfel kam. Dort saßen schon zwei Locals und kurz nach mir kam eine Engländerin mit einem Guide. Wir machten gemeinsam Pause und unterhielten uns ein bisschen über unsere Reisen. Der Guide empfahl mir für Wanderungen ganz dringend Kirgistan, ist ja auch auf der Liste.

Dann fragte er mich, wo ich denn runter laufen möchte. Als ich meinte, geradeaus weiter, sagte er, ich solle vorsichtig sein, dort hinten wäre es richtig steil bergab. Und es wäre wirklich gefährlich.

Die Warnung nahm ich mir zu Herzen und sie war auch wirklich berechtigt. Nach einem kurzen noch fast ebenen Stück kam es wirklich zu einer Art Kletterpassage bergab. Klettertechnisch durchaus machbar, aber ein Fehler und es wäre ordentlich nach unten gegangen... Ich war wirklich froh, als ich dieses Stück gemeistert hatte. Auf den Fotos kommt das gar nicht so raus.

Leider wurde der Weg danach nicht wirklich schöner, es blieb auch weiterhin sehr steil, wobei der Untergrund sandig bzw. Schotter war. Es lief sich ziemlich scheiße und irgendwann setzte es mich auch einmal auf den Hintern. Zum Glück im flacheren Bereich. Weh getan hat es trotzdem.

Der Untergrund war zu dem gespickt mit vertrocknetem Grünzeug, das ich ständig in meine Socken hatte. Gefühlt hätte ich die ständig ausleeren können. Irgendwann zog ich dann sogar die langen Hosenbeine an, weil es einfach nur überall kratzte. Und ich lief eigentlich nur noch nach Kompass Richtung Tal, den Pfad hatte ich verloren. Irgendwann war es geschafft, ich war unten und hatte etwas Straßenähnliches unter meinen Füßen. Naja, eigentlich eher eine Sand- oder Staubpiste, aber immerhin.

Von hier aus waren es nur noch wenige Minuten bis zu meiner Unterkunft. Auf dem Weg kaufte ich mir noch eine eiskalte Cola, die hatte ich mir verdient. Dann ging es zu meiner eher privaten Unterkunft, dem Chimgan Apple.

Die Besitzer sind ein älteres Ehepaar, die kein Englisch sprechen. Mein Russisch reichte und wir brauchten kein Google translate. Ich checkte ein, mein Pass wurde fotografiert, denn in Usbekistan muss man sich als Reisender immer registrieren, sonst kann es zu Problemen bei der Ausreise kommen. Das funktioniert inzwischen aber digital, früher musste man das wohl immer mit sich rumschleppen.

Ich durfte meine kleine Datscha beziehen und stellte mich erstmal zum Füßewaschen unter die Dusche. Dann wurde mir das Anwesen gezeigt. Wunderschön, ein riesiger Garten mit Blumen, Apfelbäumen, Trauben, Gemüsebeeten und was weiß ich nicht alles.

Und dem Highlight, einem Pool. Der war mein Ziel für die nächsten zwei Stunden. Inzwischen war es 4 Uhr nachmittags und ich hatte Entspannung dringend nötig und auch verdient. Ein Pool ganz für mich allein, auch wenn es hier noch ein paar weitere Häuschen gibt.

Gegen sechs zog ich mich dann noch mal an und lief ein Stück bergauf zum einzig brauchbaren Restaurant, das ich auf Google entdeckt hatte. Es gehört zu einem großen Resort, bei dem die Übernachtung 170 € kostet. Dafür bekommt man einen Pool voller Menschen, vielleicht ein bisschen eine bessere Aussicht, aber definitiv nicht die Ruhe, die ich in meiner Datscha habe.

Das Essen war dennoch sehr lecker und die Aussicht zum Essen auch toll.

Danach liefe ich wieder runter und ging erstmal unter die Dusche. Nun ist es schon halb neun, ich liege mit Pulli und Handtuch als Decke sowie meiner Flasche voll Tee als Wärmflasche auf dem Bauch auf meine Hollywoodschaukel vor der Tür. Es ist echt wunderschön hier. Eigentlich schade, dass ich nur eine Nacht bleibe.

Morgen möchte ich dann weiterlaufen. Zu dem See, den man auf den Bildern vom Berg aus sehen konnte. Ist wohl ein künstliches Reservoir, an dem man aber schwimmen kann. Mal sehen, wie der Weg dorthin ist, ich fürchte fast es ist nur Straße... Von dort versuche ich dann wieder mit Taxi und Marschrutka zurück nach Taschkent zu kommen.

Ach ja, den Blog heute habe ich mal wieder eingesprochen übers Handy, bitte entschuldigt also interessante Wortveränderungen oder katastrophale Rechtschreibung 😂

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