15.08.25 - Auf ins Land #97: Usbekistan
Gestern hab ich noch etwas gelesen und dann das Licht ausgemacht. Leider war die Nacht nicht die beste, die Schiebetüren waren echt laut und irgendwie die Temperatur komisch. Durch die Ritzen kam die kalte AC-Luft und gleichzeitig hab ich unter der Decke extrem geschwitzt. Aber ich hab was komisches geschafft, ich bin vom Wecker aus dem Tiefschlaf gerissen worden! Das war dann um dreiviertel 6, ich hab mich fertig gemacht und war zehn Minuten später auf dem Weg zum Bahnhof. Um diese Uhrzeit war es auch noch echt angenehm kühl und ich war schnell hingelaufen.
Der Zug war noch nicht da, kam aber kurze Zeit nach mir. Und es wollten noch einige Leute mit. Unter anderem auch eine ganze Backpacker-Familie, finde ich jedes Mal wieder cool, wenn ich das sehe 😉

Ich hatte mir ja wieder ein Bett gebucht und in meinem Abteil lag auch nur noch eine einzige Frau. Somit wurde mir direkt das untere Bett zugewiesen. Ich überzog es und lag schon vor der Abfahrt drin. Und hab auch wirklich nochmal zwei Stunden gut geschlafen und dann noch etwas gedöst.
Das war definitiv die angenehmste Grenzüberquerung, die ich je hatte. Außer vielleicht im Nachtbus von Brasilien nach Uruguay, wo die Pässe schon vorher eingesammelt wurden und ich die Grenze verschlafen habe. So kamen wir um 10 am letzten Bahnhof in Kasachstan an, wo die Grenzbeamten in den Zug kamen. Einer „kontrollierte“ das Gepäck, er kuckte mal in mein Hauptfach, das dafür aber mit riesiger Taschenlampe, das wars aber auch schon. Dann setzte sich einer mit einer Kombi aus Tablet und alter Tastatur und Pass-Lesegerät neben mich ins Bett, checkte den Pass, machte ein Foto und stempelte die Ausreise.

Etwa eine Stunde später fuhr mein Bett weiter und wir rumpelten über die Grenze. Dort hielten wir dann erneut und das Prozedere wiederholte sich so ähnlich. Ein Hund schnüffelte kurz durchs Abteil, eine Beamtin fragte mich nach meinen Bargeldbeständen, ein netter Beamter schaute in zwei meiner Rucksackfächer und fragte nach Drohnen und der Pass wurde eingesammelt. Eine halbe Stunde später kam er zurück ohne dass ich irgendwas tun musste. Sehr entspannt. Auch hier standen wir eine Stunde etwa, aber wenn man die Zeit lesend im Bett zubringt, kann der da auch noch länger stehen.

Und da war er nun, mein nächster Stempel im noch fast leeren Pass: Usbekistan, Land #97!!! Wir rollten weiter und waren wieder fast auf die Minute pünktlich um zehn vor 1 in Taschkent. Ich lief zunächst einmal raus um auf der anderen Seite wieder reinzukommen, auf der Suche nach einer Sim-Karte. Der einzige Schalter war schnell gefunden und ich hab versehentlich mal wieder alles richtig gemacht. Vor mir kein Mensch, dann kam ein ganzes Rudel, vermutlich aus dem gleichen Zug, aber irgendwie von der anderen Seite. Die standen da sicherlich noch länger. Meine Karte war schnell aktiviert und für gut 6€ bin ich die nächsten Wochen wieder unabhängig. Und rief mir damit auch gleich mal wieder ein Yandex. Um halb 2 war ich im Art Hostel, durfte aber nicht vor 2 einchecken. Deshalb suchte ich mir erstmal ein Café in der Nähe und bestellte meinen 1. Cappu in Usbekistan.

Eine Stunde später war ich wieder im Hostel und nun konnte ich einchecken. Nur noch nicht bezahlen, das geht hier tatsächlich nur bar und der 1. ATM stellte ein Problem dar: der Höchstbetrag von 400000 Sum (zumindest der höchste, der angezeigt wurde), liegt mit knapp 30€ deutlich unter den 50€ Mindestbetrag, den ich abheben kann. Interessant! Ich durfte trotzdem rein und mein Bett in einem 7er-Dorm mit lauter Einzelbetten beziehen. Zum Glück ein bisschen von der AC entfernt, aber die scheint eh nicht allzu stark zu sein.

Nachdem ich mich eingerichtet hatte, testete ich auch gleich das Highlight des Hostels und sprang in den Pool.

Nachdem ich wieder trocken war, wurde der Hunger groß, so viel hatte ich heute doch noch nicht. Ich lief in eine nahegelegene Fußgängerzone/Fressmeile. Dort gab es auch einen ATM, dem ich 5 Millionen entlockte.

Ups, das waren 340€, da hatte ich mich doch etwas verschätzt, aber egal, bin hier ja ein paar Wochen… Dann gabs endlich was zu essen, aus Faulheit beim Suchen wurde es Pizza mit hausgemachter Limo. Nicht schlecht, aber auch nicht Weltklasse. Geben tut's hier aber alles:

Im Anschluss gab es noch ein echt italienisches Eis, nicht günstig, aber verglichen mit Europa durchaus.

Satt und zufrieden lief ich wieder zurück und lag um 6 auf meinem Bett. Nix gemacht und trotzdem platt! Ich recherchierte mit Hilfe meines Travelbuddies ChatGPT ein wenig, denn ich hab hier ein paar Sachen vor, die nicht ganz auf dem Mainstream liegen und die mir als Tour zu teuer oder zu gehetzt erscheinen. Jetzt hab ich so einen teilweise Plan für gut eine Woche. Wobei ich erstmal bis Montag hier in Taschkent bin.
Jetzt ist es inzwischen acht und ich sitze draußen im Hof – etwas sehr schönes, was die letzten Unterkünfte alle nicht hatten. Dafür darf man hier mit Schuhen ins Haus, das war in Kasachstan immer verboten und dadurch war es natürlich super sauber innen… Der Blog ist gleich fertig, werde dann mal noch nach Unterkünften und evtl. Zügen für meine Wunschrute kucken.
Ach ja, gerade gecheckt, Blogger geht wieder auf… Jetzt bleib ich aber mal bei Wordpress für diesen Urlaub…
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