14.08.25 - Zwischenstopp in Shymkent
Gestern Abend haben wir drei Deutschen noch ziemlich lang gequatscht. Die Selbitzerin arbeitet phasenweise auf der Aida, die Leipzigerin studiert Lehramt und könnte sich einen Ferienjob in der Kinderbespaßung auf dem Schiff vorstellen. Selten hat man ein so gutes Gespräch, das sich irgendwie um die Arbeit dreht und irgendwie doch ziemlich viel mit Urlaub und Ferien zu tun hat.
Nachts hab ich gut geschlafen, bin aber wieder oft aufgewacht. Heute früh bin ich bis Viertel 10 mit dem Kindle liegengeblieben, ich hatte ja alles andere als Stress. Dann hab ich gepackt und fuhr mit einem Yandex die kurze Strecke dorthin, wo die „Marschrutkas“ nach Shymkent abfuhren.

Mein Rucksack wurde direkt geschnappt und verladen und vielleicht zehn Minuten später waren insgesamt 11 Reisende versammelt und wir fuhren los. Die Strecke verlief größtenteils auf etwas Highwayähnlichem, er dann aber wieder mal mitten durch einen Ort läuft. Irgendwas stimmte mit der Klimaanlage nicht, meine Fußsohlen kochten als ob ich auf dem Herd stehen würde, von oben kam es anfangs noch deutlich kühl, gegen Ende aber nur noch wenig. Und die Fenster waren zu…
Gegen halb 1 kamen wir dann in Shymkent an und die gut 30° Außentemperatur mit leichtem Wind waren eine Wohltat. Ich rief mir ein Yandex und fuhr nochmal etwa eine halbe Stunde zu meiner heutigen Unterkunft, dem AQ Mini Hotel. Mini deshalb, weil die Zimmer einfach mini sind, der Rucksack passt nicht ganz neben das Bett. Darüber ist aber ein riesiger Schrank, ich trau dem Boden nur nicht, wenn ich den ganzen Rucksack reinwerfe...

Aber voll gemütlich, sehr neu, super sauber und top ausgestattet. Es gibt eine Küche, Coworking Space und sogar eine Sauna (wer’s hier braucht…). Nach wenigen Minuten durfte ich einchecken, obwohl das eigentlich erst ab 2 geht. Und weils so gemütlich aussah, wurde das Bett gleich mal eine halbe Stunde angetestet. Nur die Tür ist gewöhnungsbedürftig, eine Falttür mit gewissem Eigenleben. Jeweils vier Zimmerchen sind auf der Fläche eines normalen Hotelzimmers, teilen sich eine AC und haben dann nochmal eine Tür zum Gang.
Nach kurzem Entspannen machte ich mich auf den Weg nach draußen. Gleich in der Nähe entdeckte ich lecker aussehendes Fladenbrot, das ich dann direkt aus der Tüte futterte. Dann lief ich zum Green Bazar, der nicht nur grüne Sachen verkauft, sondern eigentlich echt alles.

Von dort war es nicht weit zum Unabhängigkeitspark. Der hat auch hier wie ich finde einen kommunistischen Touch. Immer diese riesigen Monumente auf freien Plätzen und eine 8 x 16 Meter große Flagge, die über allem weht.


Und natürlich reichlich Springbrunnen und ordentlich bewässertes Grünzeug. Ich saß ein bisschen auf der Bank, aber alles in mir schrie nach Kaffee und deshalb zog es mich weiter.


Mit dem nächsten Yandex fuhr ich ins Stadtzentrum. Für einen halben Tag hier hab ich echt nicht die Nerven, mich mit dem Bussystem zu beschäftigen und in Hof Busfahren wäre teurer als hier Yandex. Meine Google-Recherche brachte mich zu einer Shoppingmall, denn in der gab es ein Café mit Tischen im Freien. Leider immer eine Seltenheit. Und auch wenn der Blick auf den Parkplatz ging, war ich zumindest nicht in so einem Kühlschrank gefangen.

Mit einem großen Cappuccino und etwas Sudoku verging die Zeit schnell, zu sehen gibt es hier nicht wirklich was. Der Hunger meldete sich dann auch langsam – es war schon fünf, immerhin – und da ich gestern mit Salat nicht so erfolgreich war, setzte ich heute einfach direkt auf Fastfood und ging zwei Stöcke höher in den Burger King. Pappsatt lief ich dann noch einmal den Arbat entlang, das ist quasi die Fußgängerzone hier. War aber nicht wirklich was los oder zu sehen, vielleicht ist hier abends mehr Leben.

Ich nahm das letzte Yandex des Tages und fuhr zurück in mein Hotel. Nach einer schönen Dusche gings in den Arbeitsbereich, es wollte noch ein bisschen was für Barcelona (Studienfahrt quasi direkt nach den Ferien) gebucht werden. Als das erledigt war, ging ich zum Blogschreiben ins Bett, da im Workspace drei Typen nur mit laut Reden beschäftigt waren. Anscheinend ist eine aus der Nachbarschaft auf Krawall gebürstet, meine liebevoll auf 25° gestellte AC zeigte 17°! Nee, sicher nicht! Ich stellte mal wenigstens auf 21° hoch. In meinem Zimmerchen merkte ich dann, dass eine von drei Lüftungsdüsen in der Decke eiskalt pustet, leider kann man die nicht zumachen. Gut, dass ich immer etwas Gafferband dabei habe 😉Damit war das Problem schnell gelöst und nun ist es eigentlich ganz kuschelig hier drinnen.
Morgen starte ich hier schon gegen 6, um halb 7 fährt der Zug nach Usbekistan. Aber der Bahnhof ist zu Fuß nur 10 Minuten entfernt. Wenn alles gut geht, müsste ich am frühen Nachmittag in Taschkent ankommen und sobald ich im Hostel Wlan oder eine Sim-Karte habe, melde ich mich wieder!
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