13.08.25 - Seidenstraßen-Ruinen in Otrar und Sauran
Heute Nacht hab ich so durchwachsen geschlafen, bin irgendwie ständig aufgewacht und um sechs hat voll unnötig ein Wecker geklingelt und niemand ist aufgestanden. Kurz vor acht gings dann aus dem Bett, um acht waren wir startklar zu unserer heutigen Tour. Der Hausherr chauffierte Danny (der ältere Chinese, de facto ist er 78!!!), Ron, einen netten Japaner, dessen Namen ich vergessen habe, und mich. Draußen war es schon wieder ordentlich heiß. Zunächst ging es nach Otrar, 50km. Dort finden sich die Ruinen einer alten Stadt, die eine Station der Seidenstraße bildete.

Wir zahlten etwa 3€ Eintritt, dann ging es in das weitläufige Gelände. Teils sieht man noch die alten Mauern, manches ist auch wieder aufgebaut. Wir sahen zunächst ein altes Badehaus.

Dann ging es durch das Stadttor in einen rekonstruierten Teil. Schon krass, eine riesige Anlage, aber außer uns war quasi niemand dort unterwegs. Würde sowas in Europa stehen, wäre es einfach völlig überlaufen.

So hatten wir das einfach alles für uns und konnten uns völlig frei rumbewegen. Raus ging es dann durch das Tor, das die Armee von Dschingis Khan gestürmt hat. Danach wurde die Stadt wohl mehr oder weniger aufgegeben.

Bevor wir wieder zurückfuhren, hielten wir noch an einem Mausoleum, das wohl auch irgendwie ziemlich bekannt ist, hier waren zumindest viele Einheimische.


Mittags ging es dann wieder zurück nach Türkestan und mit einem kurzen Stopp im Supermarkt ins Hostel. Nach einem kleinen Snack starteten wir nochmal durch. Nun ging es etwa genauso weit in die Gegenrichtung nach Sauran.

Auch das war Teil der Seidenstraße, wurde aber nicht von Dschingis Khan überrannt. Heute wird es überhaupt nicht mehr überrannt, am Eingang trafen wir auf eine Familie, dann waren wir komplett allein.

Es kostet auch gar keinen Eintritt und man kann sich komplett frei bewegen. Früher floss ein Fluss an der Mauer entlang, inzwischen ist der schon lange vertrocknet.

Wir machten einige lustige Fotos, auf besonderen Wunsch aus Deutschland musste ich mal wieder was drehen. Dadurch entstand dann noch eine ganze Fotoserie, ich hab aber die Bilder noch nicht alle bekommen.

Dann liefen wir entlang der Mauerreste, schon ganz schön riesig. Auch wenns so ähnlich klingt und auch fast ein bisschen so aussieht, nein wir sind hier nicht in Herr der Ringe!

Schließlich ging es noch zu ein paar Ausgrabungen im Zentrum. Ich vermute mal, hier liegt noch ziemlich viel begraben, was man nur unter den Hügeln erahnen kann. Tonscheiben liegen zumindest überall unzählige rum.

Gegen drei fuhren wir wieder zurück, setzten Ron am Bus ab und dann gings erstmal ins Hostel. War echt ne verdammt lustige Tour mit den vier Jungs. Hier sind inzwischen wieder ein paar Leute angekommen, ich quatschte kurz mit einem Mädel aus Leipzig und mit Danny. Dann ging ich nochmal ins Zentrum, ich brauchte dringend Koffein. Heute war ich aber besser ausgestattet als gestern…

Nach etwas Relaxen kaufte ich mir noch ein bisschen Wegzehrung für morgen für die Fahrt (nach Shymkent) und ne Tüte Katzenfutter für die drei Miezis hinterm Hostel.

Dann ging ich direkt zum Abendessen über, griechischer Salat und Brot, war jetzt nicht so der Knaller, klang in meiner Vorstellung deutlich besser.
Gegen 7 war ich dann zurück im Hostel, wo ich auf das nächste Mädel aus Deutschland traf. Die Frage, „Woher kommst du?“ wurde noch nie so krass beantwortet wie dieses Mal: Selbitz!!! (Für alle, die das nicht kennen, es ist im Landkreis Hof, vielleicht 15km von mir entfernt…) Von dem Schock mussten wir uns dann beide erstmal erholen. Echt unglaublich! Zumal hier ja wirklich nicht so viele Deutsche unterwegs sind wie sonst überall. Sie ist schon seit einigen Monaten unterwegs und reist auch noch bis Ende des Jahres und so kamen wir schnell dahin, dass ich ihre Magnetensammlung mit heimbringe, da sie Angst hat, dass sie beim Schicken verloren gehen und die bestimmt schon 1kg wiegen. Ich hab ja genug Platz und auch gewichtsmäßig noch Luft nach oben. Aber echt sau witzig! Und über Facebook haben wir sogar schon eine gemeinsame Bekannte gefunden…
Jetzt ist es inzwischen halb 10, ich mach den Blog noch fertig. Ich entschuldige mich für alle Fehler, aber ich bin gerade mit einem Ohr an der Unterhaltung um mich rum beteiligt, halb deutsch, halb englisch, somit ist die Konzentration nicht ganz so groß.
Morgen geht es nach Shymkent, mein letzter Stopp in Kasachstan. Für übermorgen hab ich mir ein Zugticket über die Grenze nach Usbekistan gebucht, das klingt am entspanntesten. Grenzkontrolle im Bett hatte ich zumindest noch nie…
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