11.08.25 - Fauler Tag in Almaty
Meine letzte Nacht in Almaty war nicht die beste. Mit geschlossener Tür gabs keine Luft, mit offener hörte man die lauten Mitbewohner. Und irgendwas ging in meinem Bauch rum. Dann kochte noch jemand abends um 11 und der Geruch kam dank Ventilator auch bei mir an, mir war einfach nur schlecht.
Früh war es dann besser und ich blieb noch fast bis 10 liegen. Den Plan, hier Wäsche zu waschen, hatte ich schon verworfen, es gab zwar zwei Maschinen, aber keinen Trockner. Das Zeug hing überall in den Gängen und ich wollte keine halbtrockenen Sachen einpacken… Und auch hier drauf warten, dass das Zeug fertig wird, wollte ich nicht, viel zu ungemütlich.
Ich packte also meine Sachen, stellte sie zu einigen anderen Koffern und checkte aus, indem ich meinen Schlüssel zur Rezeption legte. Niemand war zu sehen. Mit Notebook ging es dann in ein hübsches Café in der Nähe, wo ich bei Cappu und Croissant die nächsten zwei Stunden mit Blogschreiben verbrachte.

Dann brachte ich mein Notebook ins Hostel – wieder war niemand zu sehen. Theoretisch käme da jeder rein und könnte sich bedienen… Irgendwie war ich immer noch im Matsch-Modus, aber ich hatte eh nicht mehr viel vor. Zunächst einmal wollte ich das Opernhaus ankucken, scheint aber wohl doch nicht zum Anschauen für Besucher geöffnet. Stattdessen sah ich mir eine nahe Parkbank länger und genauer an.
Dann lief ich weiter zur Kathedrale von Almaty. Sie ist die höchste Holzkirche der Welt und überhaupt eines der größten Gebäude, die komplett aus Holz sind.

Zum Reingehen musste man ein Kopftuch aufziehen, aber die gab es an der Tür. Wobei das auch nicht jeden interessierte und der Wachmann sagte auch nix.

Danach ging es eine Runde durch den großen und schönen Park außenrum, in dem es ein paar Labcaches zu finden gab. Außerdem gibt es eine ziemlich große Gedenkstätte mit ewiger Flamme und allem drum und dran, sehr kommunistisch aufgezogen, wie ich finde.


Und schließlich machte ich das, was hier viele machten: Ich breitete mein Strandtuch in der Wiese aus und chillte die nächsten Stunden hier ganz gemütlich. Man muss nur aufpassen, wo man sich platziert, Wasserknappheit ist nämlich kein Begriff hier, überall laufen die Rasensprenger…
So verbrachte ich meinen bisher faulsten Tag. Gegen fünf machte ich mich dann auf den Rückweg Richtung Hostel. Nebenan ist eine Shopping Mall, ich schlenderte einmal durch und kaufte im Supermarkt was für abends und für die Fahrt. Irgendwie hatte ich immer noch keinen Hunger und v.a. keine Lust auf irgendwas Fettiges.
Wieder im Hostel interessierte sich immer noch niemand für mich, deshalb bezog ich kurzerhand nochmal ein Zimmer, packte um und sprang unter die Dusche. Um 7 rief ich mir ein Yandex. Mit der Wartezeit und der Zeit im Stau wäre ich vermutlich zu Fuß schneller gewesen, aber dafür war es noch zu heiß und ich zu faul. Wir brauchten bestimmt 25 Minuten durch das Verkehrschaos. Es ist schon echt lustig hier. Ampeln und Zebrastreifen werden immer beachtet, ansonsten herrscht Anarchie. Wenn grün ist wird gefahren, auch wenn die Kreuzung am Ende aus allen Richtungen blockiert ist und eigentlich niemand mehr vorwärtskommen kann. Jemanden reinlassen ist absolut verboten! Bloß niemals eine Lücke lassen.

Schließlich war ich am Bahnhof, wo mein Zug um kurz vor neun quasi schon der nächste war. Riesige Bahnhöfe haben sie ja, aber fahren tut einfach gar nix. Gegen Viertel 9 kam der Zug dann auch schon und alle drängten zu den Türen. Heute landete ich mit einer Mutter und zwei Kindern im Teenageralter im Abteil. Ich hatte wieder ein oberes Bett, das ich gleich bezog und mich dort dann für die nächsten 14 Stunden häuslich einrichtete.

Comments
Post a Comment