10.08.25 - Kaindy Lake

Obwohl es draußen nur knapp 15° hatte, war mein Bett in der Jurte kuschelig warm, ich hatte sogar eine Decke zu viel. Ich schlief ziemlich gut, wenn auch nicht übermäßig lange. Um halb 8 standen wir auf, eine halbe Stunde später gab es Frühstück.

Hier war das Problem der Gluten-Inderin nicht, dass da Gluten drin war, nein, jetzt war der Zucker das Problem. Ja, das Zeug war pappsüß, jeder hätte gerne weniger Zucker drin gehabt, aber sie musste sich schon wieder beschweren. Immerhin, das Zeug rutschte gut. Bisschen Obst zum Neutralisieren wäre aber echt schön gewesen.

Um neun starteten wir dann, inzwischen war es schon wieder richtig warm. Wir fuhren zurück nach Saty, wo wir nun auch auf die Sowjetkarren verladen wurden. Man schwört hier auf diese alten Dinger, sind wohl leichter zu reparieren als neumodische Geländewagen.

Und ohne die ging es hier wirklich nicht weiter. Einer hat es mit seinem normalen PKW versucht und war schon nach vielleicht 200m auf Grund gelaufen… Nein, ohne Allrad und ordentlich Platz unten ging da nix. Wir wurden eine halbe Stunde durchgeschüttelt, zweimal ging es auch direkt durch den Fluss. Und was kommt uns entgegen? Ein deutsches Wohnmobil! Also so ein Bimobil, definitiv geländetauglich.

Schließlich kamen wir am Allrad-Parkplatz an, der war auch gut gefüllt, aber nichts verglichen mit gestern. Von hier aus war es noch eine halbe Stunde zu Fuß, an einer Stelle etwas steiler, ansonsten recht angenehm bergauf.

Alternativ konnte man aber hier ein 1PS-Taxi nehmen, für mich und meine Nase keine Option. Mir reichte es schon, dass zig von den Viechern an mir vorbeiliefen, gut durchatmen durch die Nase ging auch so irgendwann nicht mehr. Zum Glück kommen die Pferde auch nicht ganz bis an den See und die letzten Meter muss jeder laufen.

Der Kaindy See ist definitiv beeindruckend. Er ist wohl erst vor gut 100 Jahren bei einem Erdbeben entstanden, ein Erdrutsch hat den Fluss aufgestaut.

Besonders cool sehen daher die Bäume aus, die drin stehen. Oben abgestorben, unten aber wohl noch voller Leben. Ich zog die Schuhe aus und hielt die Füße ins Wasser, es war unglaublich kalt, länger als 10 Sekunden hielt ich das gar nicht aus.

Allerdings brauchte es auch hier etwas Geschick für ein menschenloses Foto. Wen Menschen in der Natur nicht stören, der kann sich den See aber auch von einer Art Tribüne aus ansehen. Nee, nicht mein Fall.

Ich folgte da lieber mal dem Pfad, den ich auf Maps.me entdeckt hatte und tatsächlich, er führte noch einmal etwas hoch und ans hintere Ende des Sees.

Bis ganz runter schaffte ich es nicht, dazu hatte ich zu sehr getrödelt. Aber zu einem schönen Aussichtspunkt, menschenfrei.

Naja fast, ich hatte gerade den Selbstauslöser der Kamera aktiviert, als die beiden Holländer hinter mir raufgekraxelt kamen. Sie hatten sich wohl am Seeufer entlang durchgeschlagen.

Zusammen liefen wir dann zurück zum See und nach einer kurzen Pause ging es wieder in Richtung Ausgangspunkt. Von dort wurden wir mit dem Rollercoaster zurück in den Ort und direkt zum Mittagessen gebracht, wo wir gestern auch schon waren. Inzwischen war es Viertel 2. Wir aßen, danach ging es in den Bus und auf den Rückweg. Einen Stopp hatten wir noch, nämlich am Black Canyon.

Nachdem auch hier nochmal eifrig fotografiert wurde, ging es auf die lange Rückfahrt nach Almaty. Wir stoppten wieder an einer Raststätte, dann ging es über die Autobahn auf die letzten Kilometer. Der Verkehr war nicht ganz so schlimm wie befürchtet, nur in Almaty standen wir noch etwas im Stau. Heute ist zwar Sonntag, aber J.Lo ist hier! Eine Stadt im Ausnahmezustand.

Da ich ja das Hostel wechseln musste, war ich schon am 1. Stopp dran und konnte von dort zum Hostel laufen. Das liegt zwar sehr zentral und ist günstig, aber eher ein Loch, ich bin froh, dass ich da nur eine Nacht bin. Schimpft sich auch was mit Kapsel, ist es aber nicht. Ich habe ein Zimmerchen mit Stockbett ohne Fenster. Und Luft kommt auch nur rein, wenn man die Tür auflässt. Dafür ist es zumindest nicht kalt, eine einzige AC ist im Flur, Ventilatoren verteilen das Lüftchen dann… Das Bett

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