09.08.25 - Charyn Canyon und Kolsai See

So, ich bin wieder zurück. Nach einer letzten guten Nacht im Tomiris war ich selbstverständlich eine Stunde vor dem Wecker wach. Aber immerhin nur eine Stunde 😉 Um 20 nach 6 stand ich auf, machte mich fertig und lief zum selben Pickup-Punkt wie das letzte Mal. Punkt 7 sprang dort mein Guide Aidar aus einem Yandex und kurz danach kam der große Reisebus. Wir waren nur 21 Touris, aber es gab keinen kleineren… Somit war die Sorge wegen des großen Rucksacks zumindest unbegründet.

Nach ein paar Platzwechseln auf der Suche nach der wenigsten kalten Position landete ich ganz vorne. Der Bus zeigte 18° an. Versprochen hatte man mir aber 37°… Ich kann zumindest sagen, ab Mittag wurde es besser… Wir sammelten noch eine dreiviertel Stunde lang Leute ein, dann waren wir vollzählig und die eigentliche Fahrt begann. Die Truppe durfte sich wieder vorstellen, wir waren eine sehr bunte Mischung. Noch eine Deutsche, je zwei Dänen und Holländer, ein Italiener, ein Japaner, sechs Ungarn, vier Inder… Von klassischen Urlaubern (Indien) über 5Stans in 3 Wochen (Ungarn) bis hin zu Weltreisenden (Holland) war alles dabei und so gingen auch die Vorstellungen an die Tour auseinander.


Nach 2h stoppten wir an einer Raststätte – leider kein Kaffee. Gegen 11 kamen wir dann an unserem 1. Ziel an, dem Charyn Canyon. Laut Aidar der zweitgrößte der Welt. Wohl wieder eine Frage der Betrachtung, ich vermute, hier geht es um die Länge, denn der zweittiefste wurde mir auch schon in Peru angepriesen… Mit frisch gefüllter Wasserflasche, Cap und Sonnenbrille ging es los.


Wir starteten gemeinsam mit dem Abstieg. Nach einigen Treppen kann man theoretisch mit alten Sowjetkarren weiterfahren, für den Rückweg raufwärts wurde uns eine solche empfohlen (angedroht?).

Nach unten waren es gut zwei Kilometer durch echt tolle Kulisse. Zeigt mir wieder, wer braucht schon Amiland?!? Es war schon krass heiß, allerding kam von unten ein kräftiger Wind. Unser Feld zog sich in die Länge, ich hatte die Gruppe „versehentlich“ nach vorne verloren, aber man konnte sich ja auch nicht verlaufen.

Nach unzähligen Windungen und dem hundertsten Felsenfoto kam ich am unteren Ende am Fluss an. Doch da unten fand ich es nicht so spektakulär wie auf dem Weg an sich.


Bevor der Rest kam, machte ich mich schon mal auf die Suche nach dem Geocache, der sich dort versteckt. Und wurde auch schnell fündig. Dann streckte ich mal Hände und Kopf in den eisigen Fluss, ich wollte ja definitiv wieder hochlaufen und etwas Abkühlung kann da nicht schaden. Doch dann stellte sich heraus, alle müssen laufen, die Wartezeit für ein Auto betrug 3h! Schon echt bitter, dass Leute so faul sind und lieber so lange warten als zu laufen. Klar gibt’s echte Fußkranke und auch für kleine Kinder geht’s vielleicht nicht anders, aber als Normalo da den Tag zu verbummeln, nee, echt nicht! Aidar hatte sowas aber schon angedeutet, da wir genau am Wochenende unterwegs waren, war die Gegend natürlich auch voll mit Locals…


Ich lief schon ziemlich bald wieder hoch, denn ich wollte nochmal zu dem Aussichtspunkt, wo man von oben ein bisschen in die Schlucht kucken kann. Es war schon nicht unanstrengend hoch, aber auch nicht dramatisch schlimm. Verglichen zu meiner Wasserröhre eher Kindergeburtstag. Somit hatte ich oben reichlich Zeit und konnte mir noch einen Cappu holen (4€ am Touri-Hotspot ist auch noch ok).

Dann schaute ich in den Canyon runter und entdeckte die letzten unserer Truppe. Die sahen auch nicht wirklich gut aus, aber immerhin hat es jeder wieder rausgeschafft. Blöd halt, die strohblonde Deutsche war die einzige ohne Kopfbedeckung.

Gegen halb 2 waren wir dann wieder im Bus, der jetzt fast angenehm kühl, aber nicht mehr eisig war. Es ging jetzt nur ein kleines Stück weiter zum Aussichtspunkt auf den Moon-Canyon. Der heißt so wegen seiner Form und weil’s wohl aussieht wie auf dem Mond.


An all diesen Aussichtspunkten kann man hier so komische 3D-Fotos machen lassen, wo man auf einer runden Plattform steht und die Gopro außenrum fährt.


Danach ging die Fahrt weiter, bisher hatten wir uns v.a. nach Osten und dann nach Süden bewegt, nun ging es westlich in die Berge, die die Grenze nach Kirgistan bilden. China war aber auch nur noch 70km von uns entfernt. Gegen halb 4 kamen wir im Touri-Dorf Saty an, wo wir in einem Guesthouse zu Mittag (?) aßen. Vegetarier außen, Fleischfresser innen (aus Angst vor Pferd und Rind waren wir halb halb). Der Tisch war schon voll mit Allerlei Knabberzeug, dann gab es noch Suppe und Nudeln. Klasse, die eine Inderin hat eine – wenn auch nur leichte – Glutenintoleranz, hat das aber nicht vorher angegeben und wollte nun ständig was extra. Sehr clever, es gab sogar ein Feld für Besonderheiten beim Essen bei der Buchung…


Nachdem (fast) alle satt und zufrieden waren, ging es zum letzten Tagesziel, dem unteren der drei Kolsai Seen. Ein Ziel, das heute wohl Tausende hatten, es war mehr als nur etwas voll. Allein mit dem Bus in den Parkplatz rein war schon die Vollkatastrophe.


Übrigens gibt es hier immer nur eine Steigung: 12% 😂


Dann ging es zu Fuß ein Stück bergab – natürlich gab es auch hier die Option zu fahren – zum völlig überlaufenen Seeufer.


Leider war es schon nach 5 und die Sonne hinter den hohen Bergen verschwunden. In Kombination mit den Massen war es damit für mich der am wenigsten beeindruckende See.


Kann sicher schön sein, aber nicht an einem Samstag im Sommer… Die beiden anderen Kolsai Seen sind sicherlich wunderschön, aber um die zu sehen, muss man wohl 4 bzw. 8h wandern, also nur möglich, wenn man ein Auto hat.


Um 7 fuhren wir dann wieder, es wurde zwar finster, deshalb aber nicht wirklich leerer. Unser Guesthouse für die Nacht lag da deutlich idyllischer. In einem kleinen Nebental, quasi in einer Sackgasse. Wir mussten vielleicht 200m hinlaufen, eine Tatsache, die für manch einen schon wieder zu viel war, und das, obwohl das Gepäck in einem Pickup transportiert wurde. Wer kein Privatzimmer gebucht hatte, wurde nun nach Geschlechtern getrennt in Jurten untergebracht. Ich landete in einer mit der Dänin und der anderen Deutschen.

Dann gab es auch schon Abendessen, wieder mit getrennter Sitzordnung, aber zumindest an einem Tisch. Danach sprang ich unter die Dusche in einem kleinen Toilettenhäuschen, echt komfortabler als ich dachte. Sauber ging es ans Lagerfeuer, um das ein Großteil von uns noch saß, bevor ich dann gegen halb 10 oder so mit dem Kindle in mein kuscheliges Bett kroch.

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