08.09.25 - Und noch ein gemütlicher Tag
Nachdem ich gestern Abend direkt die Verteidigung hochgefahren hatte, hab ich gut und angriffslos geschlafen. Wie immer ging es um 9 zum Frühstück, danach hab ich meine Sachen gepackt und mich noch ein bisschen raus gesetzt. Dort hab ich den Blog geschrieben und noch ein bisschen was für die Schule gemacht. Gegen halb 12 hatte ich genug, schnappte mir meine Sachen und zog um. Denn ab heute habe ich für die nächsten vier Tage Reisegesellschaft, Silje aus Norwegen. Auf der Suche nach einer Begleitung für die meist nur privat angebotenen Touren nach Turkmenistan haben wir uns in einer Gruppe auf Facebook gefunden. Für sowas ist das nach wie vor wesentlich effektiver als Insta.
Ich brachte meine Sachen also ins Zukhro Hotel im Inneren der Stadtmauer, dann lief ich zum Terrassa Restaurant, dort hatte ich gestern beim Bezahlen die erste (und vielleicht einzige) Barista Kaffeemaschine in Khiva entdeckt. Für 4€ gab es eine richtig große Tasse mit dem besten Kaffee seit Tagen, mindestens. Dazu noch ein Bakhlava (ähnlich zu dem türkischen, aber bisschen anders) und gute Aussicht über die Stadt.

Um 1 lief ich zum Hotel zurück und setzte mich davor auf die Bank, keine Minute später kam Silje auch schon angefahren, was für ein Timing. Sie kam aus Taschkent, ihre Reise hat erst vor wenigen Tagen begonnen. Wir konnten direkt unser Zimmer beziehen und wurden dann auf einen Tee auf der Dachterrasse eingeladen. Auf Anhieb stimmte die Chemie, ich denke, wir verstehen uns die nächsten vier Tage sehr gut.
Silje startete dann zum Sightseeing, sie hat ja nur heute Zeit, ich verzog mich wieder auf die Dachterrasse. Außer einer Runde Snack-Shopping (und vielleicht noch so einem geilen Cappu) hatte ich keine weiteren Pläne. Zunächst zickte das Wlan schon wieder ganz ortstypisch, inzwischen ist es besser und ich bin gerade (kurz vor 3) so todesmutig und versuche, mein Fotobuch der letzten Reisen seit Weihnachten hochzuladen. Fingers crossed, dass es stabil bleibt, wenn auch langsam.

Es hat geklappt! Gegen vier bin ich dann nochmal gestartet. Zunächst zum Supermarkt außerhalb, ein paar Vorräte einkaufen. Danach hatte ich Lust auf ein Eis, bevor ich mir noch einen finalen Cappuccino gönnen wollte. Auf der Dachterrasse traf ich Silje wieder, die ebenfalls ein Getränk mit schöner Aussicht wollte.

Später haben wir uns zum Abendessen wiedergetroffen. Wir gingen nochmal ins Moon Restaurant, nicht nur wegen der süßen Katze. Aber die war natürlich auch da und verbrachte den Abend bei uns. Ich hatte nochmal die leckeren grünen Nudeln und ein Bier dazu. Baby bekam auch ein bisschen was ab, v.a. von dem Joghurt, den es dazu gibt.

Meine Tasche fand sie heute sehr interessant, ich hätte nur noch zumachen müssen… Aber ich weiß nicht, was die an der Grenze dazu sagen würden.


Nach dem Essen drehten wir noch eine Runde durch die schön beleuchtete Innenstadt. Jetzt war es gerammelt voll, allerdings nur ganz im Zentrum. Etwas weiter raus wurde es direkt leerer. Wie beginnende Hochsaison sieht es trotzdem nicht aus.



Jetzt ist es kurz vor neun und ich sitze frisch geduscht auf der Dachterrasse. Der Blog ist fertig und das ist auch mein letztes Lebenszeichen bis Freitagabend. Morgen werden wir um 7 Uhr abgeholt und zur Grenze nach Turkmenistan gebracht. Wenn alles gut geht, sind wir dann zwei Stunden später dort und dürfen einreisen. Unser Guide erwartet uns dann hoffentlich samt Auto. Auch die Tour haben wir über Facebook organisiert. Da wir aber bar „on arrival“ zahlen, gehen wir mal davon aus, dass er auch wirklich da sein wird…

Turkmenistan ist sehr speziell, ich hab nicht wirklich den Vergleich, aber ich würde sagen, Nordkorea für Anfänger. Ein Visum gibt es nur, wenn man eine Tour bucht. Das Land ist nach außen abgeriegelt, die Pressefreiheit ist auf dem vorletzten Platz weltweit (vor Nordkorea). Sämtliche soziale Medien sind nicht existent, außer man nutzt VPN (was sich für vier Tage jetzt nicht wirklich lohnt). Gepäck wird bei Ein- und Ausreise kontrolliert, kritische Literatur ist z.B. verboten, Drohnen sowieso. Es gibt also vier Tage weder Statusbilder noch einen Blog, ich gehe nicht davon aus, dass Wordpress offen ist, wenn Blogger schon in Kasachstan nicht ging. Also kann ich alles erst hochladen, wenn ich wieder draußen bin, was hoffentlich Freitag am späten Nachmittag der Fall ist. Wer wissen will, wo ich stecke, muss meine Mum fragen, die überwacht meinen Rucksack-Tracker 😉 Ansonsten bis Freitagabend!
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