07.09.25 - Khiva - faul und von oben

Heute Nacht setzte ich nach der ersten Attacke direkt auf Erhöhung der Verteidigung und schlief ab da ganz wunderbar. Früh blieb ich wieder bis kurz vor 9 liegen, dann ging es zum Frühstück. Danach packte ich mein Notebook und ging das kurze Stück zum Moon Restaurant, wo wir vorgestern Abend waren. Dort war das Wifi deutlich besser und außerdem stand Cappuccino auf der Karte. Aus dem Vollautomaten, aber nicht schlecht. Ich machte mich ans Blog schreiben, musste aber bald unterbrechen, um das kleine Katzenbaby vor einem kleinen Arschlochkind zu retten. Dieser vielleicht vierjährige Rotzlöffel hat die kleine das letzte Mal schon geärgert, heute warf er sie gegen ein Tischbein! Bin mal kurz ausgerastet und hab ihm pantomimisch verklickert, was ich gerne mit seinem Kopf machen würde! Baby hat den Angriff aber gut überstanden, verstehe aber nicht, warum sie noch keine Angst vor Menschen hat oder zumindest vor diesem AK davon rennt.

Mit der kleinen auf dem Schoß ging das Schreiben dann etwas langsamer. Nachdem ich ihr etwas Milchschaum gegeben hatte, war meine Kaffeetasse ihr ausgemachtes Ziel. Nach dem Blog bestellte ich noch mit ein angeblich frisches Mango-Maracuja-Getränk, mit Saft hatte es wenig zu tun, und telefonierte nach Hause.

Dann lief ich zurück zum Hostel und machte auf der schattigen Terrasse ohne Wifi bisschen was Sinnvolles für die Schule. Viel vor hatte ich heute ja nicht. Gegen eins bekam ich aber Hunger und lief ins Stadtzentrum. Das ist schon witzig, das Nordtor bei mir ist frei zugänglich, an Ost- und Westtor braucht man ein Ticket. Wobei es 100m vom Westtor wiederum eine offene Tür gibt… Ich lief einmal quer durch und landete dort, wo ich gestern einen Cappu hatte. Den bestellte ich auch, dazu Mantis mit Kürbisfüllung. Der Kellner entschuldigte sich, der Kaffee war aus, aber wenn ich 10 Minuten hätte… Hatte ich. War eigentlich perfekt, Mantis und Kaffee passen eh nicht zusammen.

Nun war ich fit für meinen einzigen Programmpunkt, ich wollte aufs Islam Khoja Minaret hinauf. Nicht mal Google kann sich entscheiden, wie man die Namen hier schreibt, auf der Karte steht, Islom Xo’ja, klickt man es an, kommt der andere Name. Khiva heißt übrigens auch Xiva und wird wie „ch“ ausgesprochen. Jedenfalls ist es mit 45m das höchste Minarett hier (nachdem das mit dem dicken nix wurde…) und man hat einen tollen Blick über die Stadt.

Es ist nicht im Ticket enthalten, das ja heute eh nicht mehr gilt, sondern kostet 7€ extra. Vielleicht ganz gut so, sonst wäre es zu voll. Hinauf führen 119 sausteile, schmale und ausgetretene Holzstufen, bei Gegenverkehr wird es verdammt eng. Mir kamen raufwärts drei Leute entgegen.

Ich hatte richtig Glück, oben war es leer und das für die nächste dreiviertel Stunde, denn so lange blieb ich oben, genoss Ruhe und Aussicht.

Als ich wieder runterlief, kam mir dafür eine ganze usbekische Großfamilie entgegen, da war sie dahin, die Ruhe.

Ich lief von hier aus einmal die Stadtmauer entlang und machte dabei einen Geocache (ohne GPS, vom Tour aus hatte ich die Location schon gesehen und es gab ein Foto für das Versteck). Sobald man aus dem mittleren Drittel der Innenstadt raus ist, ist nichts mehr los und es wirkt fast schon ausgestorben.

Viel zu sehen gab es an der Mauer nicht, weswegen ich darauf verzichtete, auf ihr lang zu laufen, was auch extra kostete. Und man kann nur halb rum und muss dann wieder zurück.

Ich lief unten weiter im Gegenuhrzeigersinn und verließ die Mauer dann durchs Südtor, denn außen gab es einen weiteren Cache.

Zurück ging es durch die kostenlose Tür im Westen. Ich machte noch eine Runde Peoplewatching, aber das war heute eher langweilig, irgendwie war nur sehr wenig los. Angeblich landen aber morgen drei Flieger aus Europa, dann wird’s wieder voll.

Gegen halb sechs ging ich zum Terrassa Restaurant, das zu dieser frühen Zeit auch noch freie Tische hatte. Später muss man hier immer reservieren. Ich bestellte ein Bier und Shivit Oshi, diese grünen Nudeln.

Die Spinatinfo war falsch, sie werden durch Dill gefärbt. Den schmeckt man auch sehr stark, ich dachte aber, das läge an der Soße. Dill scheint in Zentralasien sowieso extrem beliebt, hab noch nie soviel mit Dill gegessen wie hier.

Auf der Straße kaufte ich mir noch ein sehr leckeres Softeis und schlenderte in einem großen Bogen zurück zum Guesthouse. Dort duschte ich und saß noch eine Zeitlang draußen, bevor ich mich ins Bett verzog.

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