06.08.25 - Seilbahn fahren und Wandern in Shymbulak

Heute Nacht hab ich schon etwas besser geschlafen, dieses Mal war es mehr warm als kalt 😉 Gegen 7 war ich wach, aufgestanden bin ich dann um 8. Ich frühstückte heute einen relativ geschmacksneutralen Milchreis mit etwas Melone drin, den hatte ich gestern nicht gesehen.

Um dreiviertel 9 war ich dann unterwegs. Zunächst lief ich etwa 10 Minuten zur Metrostation, wo ich tatsächlich mit der App erfolgreich war. Erst war ich etwas verwirrt wegen der recht knappen Beschilderung, könnte daran liegen, dass es bisher genau eine Linie mit ca. 12 Stationen gibt… Ich fuhr auch nur eine Station, aber das waren etwa 2km. Dann lief ich wieder ein Stück bis zur Haltestelle des Busses nach Medeu. Eigentlich ist die App echt toll, man kann sich die Fahrstrecke auf der Karte in Echtzeit anzeigen lassen. Ich kam zeitgleich mit dem Bus an der Haltestelle an und konnte mich noch hineinquetschen. Zum Zahlen muss man dann einen QR-Code abscannen.

Der Bus blieb lange sehr voll, aber irgendwann eroberte ich einen Sitzplatz und konnte mir meinen Pulli anziehen – die AC war eisig! Gegen 10 kam ich im Bergort Medeu an, der könnte auch in den Alpen liegen. Von hier führt eine Seilbahn nach oben, alternativ gibt es E-Taxis, die die Straße hochfahren dürfen. Ich kaufte mir für 13€ ein Round-Ticket, wie sich herausstellte galt dieses für alle Bahnen, insgesamt drei Kabinenbahnen und einen Sessellift.

An der Mittelstation gönnte ich mir einen erstaunlich günstigen und großen Cappuccino mit toller Aussicht. In der Sonne war es auch richtig schön warm, obwohl ich schon recht hoch war.


Dann reihte ich mich in die etwas längere Schlange zur nächsten Gondel ein. In die passen auch 8 Mann, aber es sind max. 4 eingestiegen, da würde in den Alpen schon mal einer schieben. V.a. als ich nachmittags wieder runterkam, war da die Hölle los, bisschen auffüllen würde sich lohnen, zumal ich noch nie eine Gondel gesehen habe, die so große Abstände hatte und so langsam war. Ich eröffnete dann kurzerhand die Single-Lane, schob mich an dem Menschenhaufen vorbei und stürmte dann die Gondel einer dreiköpfigen Familie 😉 Waren ganz nett.


An der Mittelstation muss man hier umsteigen, nach einem Foto ging es in die 3. Bahn. Sowas hab ich auch noch nicht gesehen, da kamen immer Sessel und Gondeln im Wechsel, die Sessel waren aber gesperrt. Nach einer gefühlt endlosen Fahrt war ich schließlich ganz oben auf 3150m etwa.


Den meisten Leuten sah man schon an, dass sie sich nicht weit von der Bergstation wegbewegen würden, kurze Kleidchen und hohe Schuhe waren keine Seltenheit. Ich zog da lieber den Pulli an, es war schon frisch und es wehte ein fieser Wind. Ohne festes Ziel lief ich einfach mal los, dorthin, wo auch schon andere unterwegs waren.



Noch ein bisschen höher. Die 3000m merkt man schon, also ich zumindest, und so war ich wieder typisch schneckig unterwegs. Andere, die meinen Weg kreuzten, waren da deutlich schneller:


An einer windgeschützten Stelle machte ich eine kleine Rast, dann bewegte ich mich immer weiter nach oben. Plötzlich stand ein Schild, 1km bis zu einem See. Das war allerdings nicht wirklich hilfreich, der Pfad wurde immer unerkennbarer und das Geröll um mich rum auch nicht übermäßig vertrauenserweckend. Dazu kam dann immer das Geräusch rollender Steine aus einiger Entfernung. Auf 3400m reichte es mir dann, keine Ahnung, wo der See sein sollte, ich konnte trotz verschiedener Karten und GPS nicht wirklich deuten, wo ich hinsollte.


Somit wendete ich, inzwischen war es auch schon 1 Uhr. Rückwärts ging es dank steiler Hänge mit vielen Steinen nur unwesentlich schneller, aber es war nicht so anstrengend. Da ich noch nicht müde war, lief ich an der Bergstation vorbei und zu Fuß weiter runter.


Nicht die beste Idee, der einzige Weg war die rote Piste und die bestand nur aus Schotter… Irgendwie kam ich aber lebend und am Stück in der Mitte an. An der Seilbahn war wieder die Hölle los, etwa 400m leicht bergauf gab es aber den Sessellift, für den ich mich dann entschied. Außerdem ist die Sicht da deutlich besser als aus einer zerkratzten Gondel.


Hier stand kein Mensch an und so fuhr ich ganz gemütlich runter. Echt 80er Style, sowas von langsam, wir brauchten 20 Minuten. Im Winter will ich das nicht machen, da friert man vermutlich vollkommen fest! Aber schon lustig, was mir da so entgegenkam, hab noch nie gesehen, dass jemand mit aufgeklapptem Notebook im Sessellift sitzt!


Auch so war mir ziemlich kalt, als ich wieder in Shymbulak stand. Mein Bauch entschied, wir essen hier was, ganz dekadent! So gab es ein Aperölchen und hausgemachte Ravioli mit Lachs und Spinat in Gorgonzolasoße. Und wenn du denkst, du bestellst dekadent, hörst du, wie am Nebentisch eine Flasche „Majott“ bestellt wird. Also dieser Champus mit den 2 Punkten auf dem E… Normalerweise schreibt man in Russisch alles Ausländische, wie man es spricht, also z.B. Sendwitsch, das Prinzip scheint aber auch umgekehrt zu funktionieren…


Quasi ohne Anstehen ging es dann mit der letzten Bahn runter ins Tal. An der Bushaltestelle wurde es dann nochmal spannend, zum Glück knickten einige ein und ließen sich in Minivans runterfahren, hab leider den Preis nicht verstanden. Der Bus kam dann schon randvoll – woher auch immer, es gibt nur noch eine Station – aber ich konnte mich noch reinquetschen, umfallsicher. So gequetscht ging es dann bis in die Stadt. Gegen fünf war ich wieder im Zentrum. Ich wollte noch einen Abstecher zum Green Bazar machen, dem großen zentralen Markt hier.


Er war wie Märkte überall außerhalb von Europa, neben Obst und Gemüse gab es Nüsse, Trockenfrüchte, Süßkram, Gewürze, totes Tier jeder Art und Größe und davon auch wirklich jedes Teil.


Ich hielt mich an etwas Obst, das eigentlich ganz schön teuer war. Brot fand ich leider nicht, sonst hätte ich noch etwas Käse eingekauft. Dann lief ich ein Stückchen zur nächsten Metrostation und machte mich auf den Weg zurück. Gegen 7 war ich dann wieder im Hostel, wo ich erstmal unter die Dusche sprang. Danach wurden die Fotos auf den Computer gezogen und der Blog geschrieben. Jetzt ist es acht. Muss die Bilder nun noch sortieren und dann noch ein bisschen Recherche betreiben und vielleicht ein Hostel buchen. Und Pläne für morgen machen. Ich denke, es geht noch mal hoch hinaus zum Big Almaty Lake. Je nachdem, wen man fragt, kann man den zur Zeit nur auf einem steilen Pfad erreichen, andere meinen, da fahren auch so Golfcarts rauf. Mal sehen, vielleicht hab ich Glück und oben ist nur, wer auch gelaufen ist…

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