04.08.25 - Weiterfahrt nach Almaty

Kurz nach 8 tauchte an der Anzeigetafel die Bahnsteignummer auf und der große Run auf die Rolltreppen nach unten begann. Man steigt in seinen Wagen ein, wo das Ticket kontrolliert wird. Ich fahre 2. Klasse (meine indische Sleeper-Class gab es auf dieser Strecke nicht 😉), heißt ich habe ein Vierer-Abteil. Nachdem erfolgreich alles Gepäck unter den Sitzen verstaut war, kuckte ich mir bei dem Bubi, der oben mir gegenüber schläft an, was ich machen muss, dann kopierte ich ihn. Die Absicherung gegen Runterfallen schützt, hätte ich sonst vermutlich übersehen. Man bekommt Bettwäsche und eine Wolldecke, sogar ein kleines Handtuch gibt es.  

Nachdem das Bett überzogen war, machte ich es mir gemütlich, hörte Hörbuch und machte noch ein paar Sudokus. Nicht ganz einfach, es ruckelt schon etwas mehr als auf deutschen Schienen. Dann las ich noch etwas und machte kurz nach 10 die Augen zu. Ich wachte zwar immer wieder auf, aber insgesamt schlief ich mit dem leichten Geschaukel richtig gut. Meine Mitbewohner – unten zwei ältere Kasachinnen – sind auch eher gemütlich unterwegs und verlassen nicht ihre Schlafposition.

Ab fünf wurde die Schlafmaske wichtig, draußen wurde es hell und die Steppe zog an uns vorbei. Gegen 9 erst wurde ich halbwegs wach, bleib aber noch eine Stunde mit Hörbuch liegen. Dann zog ich mich an – btw ich war die einzige mit Schlafanzug, aber das war bequemer – und checkte den Zug. Hier bin ich wohl etwas schlauer jetzt als ChatGPT. Es gibt sehr wohl noch Klopapier, laut Liste zum Abhaken wird auch gewissenhaft alles aufgefüllt. Dann erkundete ich einmal den Zug.

Entgegen der Meinung meiner neuen digitalen Freundin gibt es sogar einen Speisewagen. Der war allerdings so eisgekühlt, dass ich mich gegen ein Getränk entschied und zurücklief. Achja, man bekommt auch in jedem Wagen kostenloses Wasser, auch heiß für Tee oder Instantnudeln. Jetzt ist es halb 11, um mich herum tun alle noch, als ob sie schlafen. Wenn wir pünktlich sind, geht das dann wohl noch 3h so weiter.

Wir waren mehr als pünktlich! Schon um dreiviertel 1 kamen wir in Almaty an. Hier war es endlich kuschelig warm. Ich rief mir ein Yandex und war eine gute halbe Stunde später in Tomiris Hostel.

Verkehr gibt’s hier echt ordentlich, aber hier wohnen auch gut 2 Mio. Menschen. Die Stadt macht einen „echteren“ Eindruck als Astana, es gibt normalgroße Häuser, Menschen auf der Straße und auch den typischen Dreck einer Großstadt. Nach kurzer Suche fand ich mein Hostel, Google platziert es im Nachbarhaus. Der Check-In ging schnell und wie schon in Astana bekam ich direkt ein paar Hausschuhe angedreht. Wie oftmals in Südostasien, damit ist es im Hostel halt gleich viel sauberer!


Es gibt hier einen großen Dorm mit 14 längs nebeneinander angeordneten Schlafkojen. Sehr geräumig mit Abstellfläche, Steckdose und gleich zweierlei Licht. Dazu außen einen sehr großen verschließbaren Schrank. Es ist ein reines Mädels-Hostel, hatte ich so auch noch nicht, glaube ich. Es gibt einen schönen großen Bereich zum Sitzen, auch nicht allzu sehr klimatisiert.

Ich stellte meine Sachen ab und machte mich mit dem Notebook gleich auf in ein Café ums Eck, um 2 war ich mit meinen Kollegen vom PR online verabredet, Unterrichtsverteilung abchecken. Wobei ich da dieses Jahr noch weniger helfen konnte als sonst so…


Zwei Cappuccini und 2,5h später waren wir durch und ich lief zurück zum Hostel. Ich chillte eine kleine Runde auf meinem Bett, hier lässt es sich aushalten. Gut so, denn hier bleibe ich auch fünf Nächte! Da die 6. Nacht nach einer zweitägigen Tour leider nicht klappte – das Hostel ist Sonntag halt tatsächlich ausgebucht – suchte ich mir für die letzte Nacht noch etwas in Bahnhofsnähe, denn nächsten Montagabend geht es wieder per Zug weiter. Außerdem installierte ich auf Anraten von ChatGPT eine App für den Nahverkehr hier. Scheint nicht verkehrt, damit kostet mich Bus oder Metro gerade mal 20ct pro Fahrt und man scheint hier gut überall hinzukommen.

Dann trieb mich der Hunger raus, nicht weit entfernt ist ein georgisches Restaurant, wo Khachapuri auf der Karte stand. Das ist ein bisschen wie ein türkisches Pide-Schiffchen, aber deutlich mächtiger. Ein Käseberg mit Ei drauf sozusagen.



 Pappsatt ging es mit einem kleinen Schlenker zurück zum Hostel. Jetzt sitze ich im Wohnbereich, es ist kurz vor acht und ohne etwas getan zu haben, bin ich schon wieder müde! Aber mit Nixtun hab ich hier fast 1,5 Seiten vollgeschrieben 😉

Morgen gibt’s dann aber Programm, ich hab mir eine Tour ins Umland gebucht mit See und Wasserfall, man darf gespannt sein. Dann kann ich auch deutlich mehr berichten als heute!

Ach übrigens, auch im 3. Wlan hab ich keinen Erfolg mit Blogger, scheint wirklich geblockt zu sein hier... Interessanterweise wissen das aber weder Google noch meine neue Freundin... Sehr suspekt. Falls jemand da sachdienliche HInweise hat...

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