03.09.25 - Toller Tag am See - Irgendwie klingt das falsch...

Die Nacht in meiner Jurte war richtig gut. Draußen lief noch laut Musik, aber ich bin um halb 11 einfach eingeschlafen. Früh klingelte um 6 der Wecker, der Sonnenaufgang wartet nicht. Aber ich war natürlich eh vorher wach… Es war auch ziemlich warm, ich hätte erwartet, dass ich die dicke Decke brauche…


Die Sonne ging wunderschön über dem See auf. Danach ging ich nochmal ins Bett. Kurz vor acht stand ich dann wieder auf und ging frühstücken. Ich war die letzte. Die meisten machen den See in einer Zweitagestour, teils ab Khiva, was nochmal 2,5h mehr Zeit im Auto bedeutet, pro Tag. Wir waren die einzigen, die heute noch hierblieben.
Ich bekam nur noch die Reste, aber die bestanden aus viel Obst, Brot, Käse und einem Pfannkuchen, also alles super.
Um halb 9 starteten wir. Zunächst ging es wieder hoch bis zum bewachten (?) Eingang. Wir sind uns nicht im Klaren, was der Typ dort mit seinem Fernglas macht…


Dann fuhren wir auf dem Plateau entlang in Richtung Norden. Wir bekamen v.a. viele spektakuläre Felsformationen zu sehen. Irgendwas zwischen Mars und Bolivien. Ich fühlte mich stellenweise schon an die Tour um die Salar de Uyuni dort erinnert.


Einziger Unterschied: Dort waren hunderte Jeeps, hier genau einer… Wir sahen wirklich den ganzen Tag nicht einen weiteren Touristen. Und sonst auch kaum einen Menschen!


Auf unserer Fahrt kamen wir auch an einem alten Friedhof der Fischer vorbei. Dort steht noch eine recht neu aussehende Hütte, die fast bewohnt wirkt. Zumindest lag eine volle Wasserflasche drin.


Von dort aus konnten wir ein Stück nach unten „in den See“ hineinlaufen, auch hier vorbei an Felsen in unterschiedlichster Farbe.


Einer war eigentlich wie gemacht für ein Picknick, nur hatten wir leider nichts dabei.




Dann fuhren wir wieder zurück, leider hat niemand geschaut, wie nah wir an Kasachstan herankamen, auch unser Fahrer wusste das nicht so genau.
Kurz vor unserem Camp hielten wir noch an einer alten Karawanserei, denn klar, auch hier führte die Seidenstraße vorbei!


Kurz vor eins waren wir zurück und bekamen gleich ein kleines, aber leckeres Mittagessen. Suppe, Salate, Obst, … Danach war Zeit für Siesta. Ich versuchte es zunächst draußen, wo ich auch auf dem Handy Fotos zum Blog hochladen konnte. Hier gibt es zwar kein Wifi, aber ich hab den richtigen Netzanbieter, der einzige, der hier einen Mast hat… Es war aber so krass windig heute, dass ich dann nach innen flüchtete, wo ich in Katzengesellschaft noch eine Stunde vor mich hin döste.
Um drei fuhren wir wieder los, nachdem wir unseren Fahrer gefunden und geweckt hatten. Nun ging es nach unten zum eigentlichen See. Zunächst auch nochmal ein kleines Stück nach Norden bis zu einem ehemaligen Kap, wo wir die Felsen von unten bestaunen konnten.


Immer wieder krass, dass wir vor 50 Jahren noch Arielle (oder Arialle?) hätten sein müssen, um hier zu sein.

Dann ging es fast den ganzen Weg zurück und zum „Beach Club“. 1,70€ Eintritt etwa mussten wir dort zahlen. Die waren es aber wert, denn versuchte man ohne Steg ins Wasser zu kommen, verschwand man fast bis zu den Knien im dunklen Matsch. Und es gab eine Dusche zur Entsalzung. Die ist Gold wert. Der Aralsee – schon immer ein Salzsee – ist inzwischen so versalzen wie das Tote Meer. Hier lebt absolut nix mehr. Dazu ist er wohl auch noch gut gefüllt mit diversen Düngerrückständen, so genau will man das dann ja gar nicht wissen…

Ich war ja (noch) nie am Toten Meer, aber es muss wohl ähnlich sein. Schwimmen auf dem Bauch ging gar nicht, weil meine Beine gefühlt über Wasser waren. Ansonsten konnte man in jeglicher Position treiben. Nur ohne Wasser in Mund, Nase oder Augen zu bekommen, alles gleich unangenehm eklig… Das Entsalzen in der
Dusche danach war toll und in Wind und Sonne bin ich schnell wieder getrocknet.

Wir blieben noch kurz und fuhren gegen 6 wieder zum Camp zurück. Dort ging ich direkt in eine richtige Dusche, meine Haare waren auf dem besten Weg, sich in Dreadlocks zu verwandeln… Danach tranken Alex und ich unser Feierabendbier.
Jetzt bin ich aber in meine Jurte geflüchtet, im Wind wurde es langsam frisch. Die Sonne ist hinter den Felsen verschwunden und es wird auch finster. Ist aber auch schon dreiviertel acht. Gleich gibt es Abendessen, dann schau ich mal, ob ich das hier noch vollende…

Das gab es gerade mal wieder in vierbeiniger Gesellschaft...


Jetzt ist es Viertel 10, heute sind hier weniger Leute, vielleicht 20 insgesamt. Im übrigen das einzigen Camp von vier, die es gibt, wo im Moment überhaupt Touristen sind. Off the beaten track! Morgen fahren wir um halb acht los und bekommen noch einiges zu sehen, bevor es zurück nach Nukus geht.

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