01.09.25 - Happy Independence Day

Heute Nacht hab ich halbwegs gut geschlafen. Anscheinend macht hier nachts aber immer einer die AC aus und das Fenster auf. Einerseits machts Sinn, dass sie aber tagsüber läuft, wenn keiner da ist, eher weniger…Aber von draußen kam definitiv frische Luft rein. Heute früh blieb ich bis halb 10 oder so liegen und hab noch weng gelesen. Das mit dem Frühstück hab ich jetzt auch gecheckt, es ist nicht im Preis enthalten. War aber verwirrt, weil mich der Typ an der Rezeption extra auf die Frühstückszeiten hingewiesen hatte.

Ich packte meine Sachen, stellte meine Rucksäcke ab und ging zu einem leckeren Cappu mit Nusskuchen heute.

Gegen 11 startete ich dann zu einer weiteren Besichtigungsrunde. Zunächst ging es zum Chor Minor, das wohl ein ehemaliges Stadttor war. Wie alle alten Gebäude beinhaltet es heute einen (oder mehrere) Souvenirshops.

Von dort ging es einmal quer durchs Zentrum und zur alten Festung, dem Ark, der (wenn ich mich richtig erinnere) schon aus dem 5. Jahrhundert stammt. In den 20ern wurde er aber genau wie die ganzen alten Gebäude zu 80% von der Roten Armee zerbombt, deswegen gibt es heute fast nur noch Ruinen.

Auch wenn es aussieht wie eine Burgmauer, ist das etwas anders konstruiert, denn die Gebäude stehen innen alle oben auf einem riesigen Sandhaufen.

Da heute der Unabhängigkeitstag ist, gab es 20% Preisnachlass. Ansonsten merkt man hier wenig davon, dass Feiertag ist. Schade, in Samarkand hatten die so viel aufgebaut, da hätte ich hier auch ein wenig erwartet.

Nach dem Ark schlenderte ich wieder zurück, ich war auf der Suche nach Somsas, quasi usbekische Samosas. Leider fand ich hier keinen Verkaufsstand. Dafür verließ ich ein wenig die Touripfade, schon wenige Meter daneben ist man im labyrinthähnlichen Wohngebiet ohne jeglichen Schnickschnack.

Da die Jagd nicht erfolgreich war, entschied ich mich für Mantis mit Kürbis gefüllt in einem touristischeren Lokal. Waren auch sehr lecker.

Von dort fiel ich dreimal um und war im Donut-Café, zum Nachtisch gab es einen solchen und einen leckeren Cappu. Hier saß ich bestimmt eine Stunde, denn ich hatte alles gesehen, was ich sehen wollte und heute nur noch einen Programmpunkt.

Ich hatte mir vorgestern schon einmal Hamam gebucht! Das hab ich noch nie wirklich gemacht und hier gibt es die überall. Der Preis ist auch überall derselbe, 30€, deshalb entschied ich mich gegen eines der alten, sondern für ein neues in einem größeren Hotel, davon merkte man aber nichts. Dafür hatte es extrem gute Bewertungen auf Google, wie ich jetzt weiß, völlig zurecht!

Dort arbeiten nur Männer – es gibt auch welche, in die nur Frauen dürfen, aber ich war definitiv in guten Händen. Zunächst ging es für 10 Minuten quasi zum Einweichen auf feuchtwarme Steine. Danach wurde ich von Kopf bis Fuß abgeschrubbt, wobei sich mindestens eine Hautschicht verabschiedete (nun bin ich ein Babypopo). Im Anschluss kam die Massage mit ordentlich Druck. Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Wirbel habe, die krachen können! Der Babypopo ist auf jeden Fall wieder komplett eingerenkt. Zum Abschluss kam dann noch eine Schicht Ingwerpampe auf mich drauf, das wird dann heiß als hätte man einen fetten Sonnenbrand. Wohl gut für die Durchblutung. Zuletzt wurde ich mit immer kälterem Wasser übergossen. Echt ein Traum! Kann ich nur empfehlen! Nach über einer Stunde Behandlung und zwei Tassen Tee wurde ich entlassen.

Es war kurz vor halb 6 und ich ging gleich ums Eck zum Abendessen. Noch während ich in der Speisekarte las, wurde ich wieder mal von einer süßen aufgeweckten Babykatze besucht, die gleich auf meinen Schoß sprang. Zwischendurch verschwand sie zwar, war aber rechtzeitig zurück, um etwas von den Käsebergen von meinem Chatchapuri zu bekommen.

An meiner Kindlehülle haben sich schon einige Katzenbabys mit Bissspuren verewigt 😂

Gut gestärkt und leicht zerkratzt lief ich dann zum Hostel. Duschen musste ich ja nicht mehr, es reichte die Katzenwäsche und Zähneputzen und umziehen. Nun ist es Viertel 8 und ich bin eigentlich startklar. Der Zug nach Nukus geht um 9, somit reicht die Zeit genau noch für den Blog.

Wie gesagt, ab morgen bin ich für drei Tage in der Gegend des ehemaligen Aralsees und dort vermutlich ohne Wlan und evtl. auch ohne Handyempfang. Donnerstag komme ich dann abends wieder nach Nukus zurück, dann gibt’s auch wieder Nachrichten hier… Wer wissen will, was ich mache, hier der Link zur Tour: https://besqala.com/tourDetails/4

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