03.08.25 - Astana - verrückte Stadt

Gestern Abend brauchte ich zwar noch etwas zum Einschlafen, aber dann hab ich richtig tief und fest geschlafen. Mit nur einmal Aufwachen bis um 8! Ok, ist halt auch 5 Uhr deutsche Zeit 😉Ich blieb aber noch hartnäckig liegen, erst gegen halb 10 stand ich wirklich auf. Dann packte ich meine sieben Sachen in drei verschiedene Taschen, ließ die beiden großen im Hostel zurück und machte mich um Viertel 11 mit der kleinsten auf den Weg nach draußen.


Es hatte vermutlich gut 20°, aber es wehte ein ziemlich mieser Wind, fast wie zu Hause… Heute ging es Richtung Norden los. Zunächst ging es durch den „Central Park“. Ob der Ähnlichkeiten mit seinem Namensvetter hat, weiß ich nicht.


Auf jeden Fall ist er ziemlich groß und bietet für jeden was. Freizeit(park)aktivitäten, Futterstationen, Badestrand am Fluss, Radwege, … Sonntagmorgen war aber noch nicht viel los.



ch lief einmal über den Fluss und fand dort ein nettes Café, wo es den 1. Cappu des Tages gab. Dann ging es in das, was Lonely Planet und eine Labcache-Runde als „altes Astana“ bezeichnen.


Hm, ich weiß nicht, alt nur im Sinne als „aus kommunistischen Zeiten… Das älteste Haus der Stadt, ist gerade mal 170 Jahre alt.

Und es stimmt schon, südlich des Flusses sieht man nix, was aussieht, als wäre es schon in den 80ern dagewesen. Überall wird gebaut wie verrückt, auch sonntags, und kaum ein Gebäude hat weniger als 10 Stockwerke. Habe bis jetzt noch kein „normales“ Wohnhaus gesehen, nur riesige Wohnsilos…

Nachdem mich die „Altstadt“ also nicht vom Hocker gehauen hat, nahm ich mir ein Yandex, also ein russisches Uber und fuhr damit 14km nach Süden. Dort steht die Große Moschee. Und die ist in der Tat groß, die größte Zentralasiens und weltweit auch in den Top 15.


Durch die Tiefgarage geht es ins Innere, wo gleich eine Cafeteria ist. Mit einer Rolltreppe fährt man hoch und kommt dann in den Umkleidebereich. Ich dachte gar nicht, dass ich so weit kommen würde, hatte ich doch die langen Hosenbeine vergessen, aber kein Problem, es gibt passende Zelte für jederfrau! Damit darf dann auch der Touri hinein ins Heiligtum. Ich tapste einfach anderen Frauen hinterher und direkt in die Gebetshalle für Männer. Ok, die dürfen vorne stehen, die Frauen sitzen dann weiter hinten, aber rein kommt man. Klar, das muss man verstehen, in diesen Zelten würde jede Frau die Männer vom Beten ablenken 😉


Handynutzung und Fangen spielen sind allerdings kein Problem und es gibt auch gleich ein Café, damit man nicht erst in den Keller muss… Wieder draußen lief ich den langen Weg entlang, der auf die Moschee zuführt und voll mit Springbrunnen ist – ein Wasserproblem scheint es hier auch nicht zu geben.


Dann lief ich in Richtung einer riesigen Kugel, die wohl momentan leer steht, aber für die Expo gebaut wurde. Thema: alternative Energien. Schon lustig, in einem Land, das Öl und Gas fördert und wo der Sprit nicht mal 50ct kostet…


Hinter der Kugel entdeckte ich auf Google das Veggie House, genau der richtige Zwischenstopp. Hier gab es hausgemachte Limonade und ein Veggie Stroganow. Gut gestärkt lief ich weiter und kam durch das, was sich botanischer Garten schimpft. Hm, eher ein weiterer riesiger Park inmitten der Großstadt. Aber ganz nett.



Nun war ich schon nicht mehr weit vom Zentrum entfernt, ich hatte genügend Zeit, also lief ich zu Fuß einfach weiter. An einem Café machte ich nochmal eine Pause. Dann kreuzte ich den Boulevard von gestern und weiter ging es Richtung Hostel.


Im Shoppingcenter nebenan ging ich auf Lebensmitteljagd, etwas für heute und etwas für die Zugfahrt. Dann lief ich ins Hostel zurück, sprang schnell in die Dusche und packte meine restlichen Sachen zusammen. Gegen halb 7 war ich fertig und rief mir ein Yandex zum Bahnhof.

Der liegt hier komplett außerhalb, ich fuhr fast eine halbe Stunde hin. Von hier aus sieht man tatsächlich das Ende der Stadt und weiter weg kleinere Häuser! Da ich noch mehr als reichlich Zeit hatte – mein Zug fährt erst um Viertel 9 – drehte ich eine Runde durch das riesige Bahnhofsgebäude. Dafür dass heute nur noch 6 Züge fahren, echt überdimensioniert! Nun sitze ich im Wartebereich, das Wifi funktioniert und ich nutze die Zeit zum Blog schreiben. Der Zug bringt mich dann im Schlafwagen nach Almaty, wo ich um halb 2 morgen Mittag ankommen soll. Mal sehen, wie pünktlich die hier unterwegs sind…

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