13.04.25 - Sao Miguel mitten im Atlantik
Heute Nacht hab ich mal wieder erfolgreich scheiße
geschlafen. Aber heute war ich unschuldig, meine vier Mitschläfer haben alles
gegeben. Um 10 hab ich das Licht ausgemacht und die Deppen haben nichts
besseres zu tun gehabt, als schön nacheinander reinzukommen und es jedes Mal
wieder anzumachen. Und dass man eine Türklinke nicht nur beim Öffnen einer Tür benutzen
kann, wusste wohl auch keiner… Als um 1 dann endlich Ruhe war (bis auf leises
Schnarchen) war ich dann so drüber, dass mal wieder gar nix ging.
Mein Plan mich früh um Viertel 7 zu rächen scheiterte dann
auch, denn der 1. Wecker klingelte um halb 6. Als ich dann mein Handy
einschaltete, kam die SMS von TAP: Mein Flieger geht nicht um 8.15 Uhr, sondern
drei Stunden später. Irgendwie kam mir das recht, so konnte ich mich zumindest
nochmal umdrehen und bin auch echt nochmal eingeschlafen.
Um acht stand ich dann auf, denn nun konnte ich ja das Hostel-Frühstück
ausnutzen. War auch echt gut für Hostel und auch guten starken Kaffee gab es.
Gegen dreiviertel neun lief ich zur Bushaltestelle und fuhr wieder zum Flughafen.
Dort war schon wieder die Hölle los. Hier geht eigentlich alles automatisch
inkl. Gepäckaufgabe. Aber ein digitales Ticket konnte das Gerät vor dem Security-Check
nicht lesen. Laut Mitarbeiter wäre das keine Bordkarte, was ich da hätte. Komisch,
genau so war das Dokument aber benannt und gestern hatte es auch perfekt
funktioniert. Heute durfte ich also zurück und mir ein Ticket ausdrucken… Dann klappte
es und der Security-Check ging ohne Anstehen. Das machen die hier auch ganz
prima, mit endlosen Absperrungen läuft man wahrscheinlich 500m (kein Witz), die
Schlange, die sonst entstehen würde, verläuft sich also. Praktisch oder?
Am Gate hatte ich dann noch reichlich Zeit, die ich aber mit
dem Kindle gut rum bekam. Schließlich war Bording und um 11 saß ich im Flieger.
Es dauerte aber noch bis dreiviertel bis wir endlich in der Luft waren. Kurz
vor zwei Uhr Ortszeit, nun zwei Stunden hinter Deutschland, landeten wir auf
der Hauptinsel der Azoren, Sao Miguel.
Der Flughafen ist klein und übersichtlich und unter straffer
Führung durften wir vom Flugzeug ins Gebäude laufen. Es war ziemlich windig und
hatte ca. 15°, aber immerhin war es trocken, es hatte heute aber schon
geregnet.
Ich ging zügig am anderen Ende des Gebäudes wieder raus und
fand auch schnell jemanden von meiner Mietwagenfirma. Kurze Zeit später kam
auch schon eine andere Mitarbeiterin und holte mich in meinem süßen kleinen
Auto ab. Wenn auch farblich nicht ganz so geil wie letztes Jahr in
Griechenland. Wir fuhren in die Agentur, klärten alle Formalia und schon wurde
ich wieder entlassen. Mein Handy freundete sich nach etwas Gefluche mit dem
Auto an und teilte fröhlich Musik und Google Maps.
Der erste Weg führte mich zu einem Supermarkt, wo ich Brot,
Käse und etwas Obst kaufte. Dann fuhr ich zu meinem heutigen Tagesziel. Ich
wollte gleich mal in die Berge und zur Lagoa Fogo. Dorthin ging es über enge steile
Serpentinen. Unterwegs gab es tolle Ausblicke.
Die Insel trägt ihren Beinamen Ilha Verde (grüne Insel)
völlig zu Recht, grün war das, was ich die ganze Zeit dachte. In den höheren
Lagen (die Lagune liegt auf etwa 600m) wuchs ganz schön viel, es hatte was von
Regenwald in kalt mit viel Farn und so.
So ging es nach einer kurzen Pause auch schon wieder nach
oben, hier wurde mir definitiv warm.
Wieder zurück am fuhr ich noch ein kleines Stückchen höher
zu einem weiteren Aussichtspunkt, der aber schon sehr nah an den Wolken war.
Der Wind pfiff und das Thermometer zeigte nur noch 12° (vorher war ich schon
mal bei knapp 20). Drei Jahreszeiten an einem Tag sind hier wirklich kein
Problem.
Nun ging es wieder steil hinunter, ich wollte noch zum Salto do Cabrito, einem hübschen kleinen Wasserfall. Dort war ebenfalls ordentlich was los.
Doch dank Cache entdeckte ich, dass man über ein paar sehr
Steile Treppen neben dem Wasserfall hochlaufen konnte. Dann ging es abenteuerlich
über ein Metallgitter über dem Fallrohr des Wasserkraftwerks hinweg.
Cooler Weg mit tollen Ausblicken und zwei Caches obendrauf.
Anscheinend kann man hier auch Canyoning machen, wäre mir aber doch etwas zu
kalt im Moment.
Ich lief wieder zum Auto und fuhr dann auf der Suche nach
einem Kaffee in den nächsten Ort. Erfolgreich war ich nicht, das meiste hatte
zu, der Rest sagte mir nicht zu. Ein Beachclub war zwar recht schön an einem
kleinen Strand gelegen, aber für einen gemütlich Kaffee wars eindeutig zu
windig.
So ging es also ohne zurück in die Hauptstadt Ponta Delgada und
zu meinem Hostel A Bica. Nah am Zentrum, trotzdem fand ich gleich ums Eck einen
kostenlosen Parkplatz. Der Checkin war einfach, ich hatte den Türcode und eine
genaue Anweisung, das reichte. Das Hostel ist klein und gemütlich, ich bin in
einem schönen Viererzimmer mit bequemen Betten.
Ich stellte meine Sachen ab und zog gleich zur
Futteraufnahme los. Inzwischen war es schon nach sechs. Heute sollte es Pizza
geben. Die war auch sehr lecker und das Werkzeug perfekt.
Danach lief ich zurück, duschte und richtete mich häuslich
ein. Jetzt sitze ich in der Küche, schreibe Blog und überlege, was ich morgen
machen soll. Es ist kurz vor neun und mir zieht’s ordentlich die Augen zu. Wenn
ich hier fertig bin, geht’s ins Bett…















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