30.08.25 - Bukhara, nächstes Highlight der Seidenstraße
Meine letzte Nacht in Samarkand war ganz ok, war aber ziemlich früh wach. Gegen acht bin ich aufgestanden und hab mich erstmal in den Hof gesetzt zum Blogschreiben. Danach hab ich mit zwei meiner Mitbewohner gefrühstückt und meine Sachen gepackt. Um dreiviertel 10 war ich auf dem Weg zum Bahnhof. Ich hatte reichlich Zeit und so konnte ich noch in aller Ruhe einen Cappu trinken. Bin dabei wieder auf eine coole Backpacker-Familie getroffen. Die sind mir dadurch aufgefallen, dass sie auch nach DEM Café gesucht hatten, das Kaffee in echten Tassen anbietet, und sie wurden tatsächlich fündig.

Um kurz nach 11 fuhr mein Zug, der Afrosiyab (benannt nach der alten Siedllung), quasi der Intercity hier. Verglichen mit den anderen Zügen braucht er nur gut die Hälfte der Zeit, ist aber auch immer sehr schnell ausgebucht. Um dreiviertel 1 war ich in Bukhara, der Bahnhof war gespickt mit Taxifahrern. Ich kämpfte mich raus und offensichtlich war Yandex ebenso gut vertreten, denn ich wartete nicht mal eine Minute.

Dann fuhr ich für unter 2€ eine halbe Stunde ins Stadtzentrum. Bahnhöfe haben hier die Angewohnheit, extrem weit ab vom Schuss zu sein. Aber die Fahrten sind so günstig, dass ich nicht mal mehr kucke, was es kostet, wenn ich eine Fahrt buche… Kurze Zeit später stand ich also vorm Al Bukhari Boutique Hostel/Hotel. Für den Check-In bzw. für das Bett musste ich noch bis zwei warten. Der nette Typ an der Rezeption meinte, er würde mir doch gern ein unteres Bett geben und momentan wären nur die oberen bezugsfertig.
Machte nix, ich stellte meine Sachen ab und ging in ein nahes Café, das ich mir vorab gegoogelt hatte. Im Gegensatz zu Samarkand wäre das aber gar nicht nötig gewesen, hier ist man diesbezüglich deutlich besser aufgestellt. Die Innenstadt ist komplett autofrei und dafür voll mit Cafés und Restaurants und man muss auch nicht nach echtem Geschirr suchen.

Mein Café hatte einen klitzekleinen Innenhof – im Gegensatz zum Hostel, hier ist leider alles indoor… Ich hatte einen leckeren Iced Cappu – bei 37° durchaus akzeptabel 😉 und dazu ein paar Sudokus.

Dann lief ich wieder ins Hostel und konnte mein Dormbett weit weg von der AC beziehen. Ich sprang in ein luftigeres Outfit und die Flipflops, telefonierte kurz, wobei ich erfuhr, dass die alten Perserteppiche von meinem Opa zum Teil gar keine Perser waren, sondern hier aus Bukhara kamen.

Das kann man übrigens schreiben wie man will Buxora, Buxoro, … bin mir auch nicht ganz sicher, auf kyrill wird das X als ch gesprochen, also klingt es wohl am ehesten wie Buchara…

Um kurz nach drei war ich wieder draußen unterwegs und lief einfach mal ohne Ziel durch die Innenstadt. Auf den ersten Blick gefällt es mir hier besser als in Samarkand, alles liegt nah beieinander, es ist deutlich ruhiger, weil kein Verkehr im Zentrum unterwegs ist, es gibt eben viele Lokale, aber auch extrem viele Souvenirshops, allerdings mit sehr unaufdringlichen Verkäufern.

Und hier passt alles zusammen, auch Hotels und Restaurants sehen aus wie aus 1001 Nacht, was alt und was neu ist, erkennt man gar nicht auf Anhieb.

Ich schlenderte einmal quer durch, wobei mir ein stürmischer heißer Wind entgegen wehte.

Morgen mache ich eine Free Walking Tour, dann bekomme ich einen Eindruck, was was ist. Heute ging es erstmal auf einen kleinen Snack und einen Minztee in ein weiteres Café.

Danach lief ich noch ein bisschen weiter rum und setzte mich schließlich in einen Park (mit vielen schattigen Bänken). Gegen halb 6 wurde der Hunger groß, ich hatte mir auch schon eine veggie Option ausgekuckt, wobei, so touristisch wie es hier ist, dürfte das überall ganz gut klappen. Ich landete auf jeden Fall in einem recht stylischen Restaurant, das – obwohl sehr zentral gelegen – sehr günstig war. Für alles inklusive Trinkgeld kam ich auf 9€, da kann man echt nicht meckern.

Danach gings ins Hostel zurück, war auch schon kurz vor 7, als ich wieder ankam. Irgendwie bin ich müde vom Nichtstun… Leider scheint es hier keine so netten Mitbewohner zu geben, in meinem Dorm sind im Moment nur zwei Russen, die scheinbar nicht auf Fremdkontakte aus sind… Ich sitze nun in der nicht ganz so gemütlichen Küche im Keller – ist aber schon noch ok. Dann geht’s in die Dusche und mit Kindle oder so ins Bett…
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