19.08.25 - Bisschen Wandern und bisschen See

Die Nacht in meiner Datscha war echt wunderbar, ich hab super geschlafen. Früh war ich um 7 wach, das Tal lag noch im Schatten und es war ganz schön frisch, also kuschelte ich mich noch etwas unter die Bettdecke. Später machte ich mir einen Tee und blieb dann fast bis neun eingekuschelt liegen. Dann stand ich auf, packte meine wenigen Sachen und verabschiedete mich von meinen netten Gastgebern.

Ich lief das steile Stück bergauf zur Hauptstraße und ein paar Meter weiter, um im Luxusresort einen Cappu zu trinken. Er war gut, aber für den Preis (über 3€) eigentlich überteuert hier.

Um zehn war ich dann startklar für 10km bergab Richtung Chorvoq Reservoir. Zunächst ging es ein Stück die Hauptstraße entlang, aber hier ist ja kein Verkehr.

Dann zweigte meine Route auf eine kleine Nebenstraße ab. War eigentlich ganz nett zu laufen und es gab doch einiges zu kucken. Wenn man will, kann man hier überall eine Datscha kaufen.

Die Straße wurde noch kleiner und unasphaltiert und schließlich zweigte ich sogar in einen kleinen Trampelpfad ab. Der wurde aber auch wieder größer und das Spiel ging rückwärts bis ich 3km vor meinem Ziel wieder auf der Hauptstraße war und dieser folgte.

Am Ende bog ich in eine Nebenstraße in ein kleines (touristisches?) Dorf am See ab. Ich staunte doch nicht schlecht, als ich nach 2h am Seeufer ankam und doch tatsächlich Eintritt zahlen musste. Keine 2€, aber für das, was man dann zu sehen bekommt, eigentlich eine Frechheit. Der „Strand“ ist mit Müll gespickter Schotter und Parkplatz, man kann bis ans Wasser fahren, was genügend Leute tun. Die Mülleimer werden offensichtlich ignoriert, es liegt alles rum, von Plastikflaschen über Glasscherben bis hin zu Unterhosen und Damenbinden! Echt ne Frechheit, dass man für sowas bezahlt!

Hätte ich das geahnt, ich wäre gar nicht erst hingegangen. Da ich nun mal da war, suchte ich mir ein müllfreies Plätzchen für mein Handtuch und suchte mir einen scherbenfreien Weg ins Wasser. Das war noch mit Abstand das Beste, es schien zumindest sehr sauber und war ziemlich kalt. Und wenn man aufpasste, wurde man auch von keinem Jetski überfahren…

Ich ließ mich trocknen, als eine Einheimische neben mir begann, Müll einzusammeln. Keine schlechte Idee, hier rumliegen machte sowieso keinen Spaß, also zog ich sicherheitshalber die Schuhe an und sammelte ein, was nicht völlig eklig war. Somit schaffte ich es zumindest auf eine Stunde Strandzeit… Früher als geplant, kurz nach 1 war ich dann schon auf dem Rückweg. Auf dem Weg zur Hauptstraße hielt ein Taxi, aber der Fahrer wollte nicht ein bisschen mit dem Preis runter, also lief ich weiter.

An der Hauptstraße hatte ich dann Glück, schon bald hielt ein Auto mit drei Usbeken aus Karakalpakstan, der autonomen Region im Nordwesten des Landes, wo früher der Aralsee war. Sie nahmen mich mit und brachten mich sogar bis zur Haltestelle nach Gazalkent, obwohl das für sie ein kleiner Umweg war. Echt supernett!

An der Haltestelle bestieg ich eine noch leere Marschrutka, doch es dauerte nur 20 Minuten oder so bis sie voll war und wir abfuhren. Eine Stunde später, um halb 4 war ich zurück in Taschkent. Mit der Metro gings zum alten Hostel, wo ich meinen Rucksack abholte und zehn Minuten weiter zum neuen lief. Ich hatte keine Lust mehr auf das komische Bett und hatte mir eines in der Nähe gesucht. Das Light Hostel hat zwar keinen Pool, ist sonst aber viel schöner. Ich habe ein 8er-Mädels-Dorm mit bequemen Stockbetten und bin weit weg von der AC.

Ich bezog mein Bett und ging dann direkt wieder raus, ein Kaffee musste her. Direkt ums Eck wurde ich fündig und genoss ihn mit ein paar Sudokus.

Dann lief ich ein kleines Stück weiter zum Abendessen. Heute gab es Pasta Napolitana mit Stracciatella obendrauf, dazu ein Tuborg (angeblich wird das hier gebraut…) und danach noch einen leckeren Cheesecake.

Satt und zufrieden ging es zurück ins Hostel, wo ich jetzt um 7 im Innenhof sitze. Morgen geht es früh um acht weiter mit dem Zug ins Fergana-Tal. Nochmal weg von der Haupt-Touri-Route.

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